Der promovierte Mathematiker Wilhelm Berghorn ist Gründer der Mandelbrot Asset Management und managt seit Juli 2015 den Aktienfonds Mandelbrot Market Neutral Germany.

Der promovierte Mathematiker Wilhelm Berghorn ist Gründer der Mandelbrot Asset Management und managt seit Juli 2015 den Aktienfonds Mandelbrot Market Neutral Germany.

Fonds-Perle Mandelbrot Market Neutral Germany

„Es geht um Trends, die aber nur sehr schwer zu fassen sind“

//
Einen Aktienfonds will Wilhelm Berghorn managen: marktneutral, unter Ausnutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse über den Finanzmarkt und fokussiert auf den Momentum-Effekt. Wichtig sind dabei Fraktale, Mathematik zum Wohl der Fonds-Performance. Aber eins nach dem anderen.

Den Mandelbrot Market Neutral Germany Fund gibt es seit 20. Juli 2015. Ein junges Produkt also, gleichsam innovativ. Die selbst gestellte Aufgabe ist, den Momentum-Effekt in einem Aktienfonds in Performance umzumünzen. „Der Effekt ist im Renditeergebnis sehr wesentlich, ist aber nicht leicht zu verstehen“, so Berghorn. Der Fondsmanager bedient sich dazu höherer Mathematik. „Es geht um Trends, die aber nur sehr schwer zu fassen sind“, so der Fondsmanager.

Doch wie erkennt man Trends?


„Um Trends zu untersuchen, muss man einen Maßstab für die Analyse festlegen, der die Ergebnisse beeinflussen wird“, so Berghorn. Auch gelte, dass am Ende nicht vorherzusagen sei, wie lange ein Trend anhalte. Braucht Berghorn aber auch nicht. Er hat ein Modell entwickelt, das Trends zumindest zuverlässig erkennt. Das Modell basiert auf Forschungsarbeiten des französischen Mathematikers Benoit Mandelbrot zu Fraktalen – daher der Name des Fonds.

Bis zu 13 Prozent Rendite Die erfolgreichsten defensiven Mischfonds


Konkret setzt der Fondsmanager positive Trends, die er in Dax, M-Dax oder Tec-Dax anhand seines Modells erkannt hat und die besonders steil sind, im Fonds um. Das konzentrierte Portfolio besteht aus 15 Titeln, jeweils fünf aus den drei Märkten. Die Aktienselektion erfolgt Monat für Monat anhand eines Rankings, welche Titel das höchste positive Momentum haben. Diese bilden die Long-Seite des Portfolios, die üblicherweise 75 Prozent des Fondsvolumens ausmacht.

Auf der Short-Seite werden die restlichen 25 Prozent des Investmentskapitals dreifach gehebelt in Future-Kontrakten angelegt, die profitieren, wenn der Dax fällt. So entsteht aus Long- und Short-Seite ein marktneutrales Portfolio.

In Extremsituationen des Markts kann Berghorn komplett in Cash wechseln. Ziel sei, eine Rendite von 8 Prozent bei einer jährlichen Volatilität von 12 Prozent und einem Maximum Drawdown von 13 Prozent zu erzielen.

Erschwerte Startbedingungen

Nun ist der Fonds in einem äußerst turbulenten Marktumfeld im Sommer 2015 aufgelegt worden. Der damalige Abschwung war durch die Situation in Griechenland, den Crash in China und den VW-Abgasskandal geprägt. Anfang Oktober kam es zu einem Tagesverlust von über 2,5 Prozent. „Auslöser war die Nachricht vom kanadischen Düngemittel-Produzenten Potash, dass er die Übernahme des deutschen Wettbewerbers K+S nicht weiterverfolgt“, so Berghorn. Die Aktie war zu diesem Zeitpunkt die mit dem stärksten Momentum im Fonds.

Insgesamt kommt der Mandelbrot Market Neutral Germany Fund auf eine Performance von minus 1,3 Prozent (Stichtag: 20. November) seit Auflegung. Im Vergleich: Der Dax rutschte im gleichen Zeitraum um 5,5 Prozent ins Minus.

>>Vergrößern

Mehr zum Thema
Jahresausblick 2016Diese Investment-Trends bleiben Anlegern erhaltenRobotik-Revolution„Wir stehen am Anfang eines lang anhaltenden Wachstumszyklus“Naives HerdenverhaltenWarum Smart Beta nicht funktioniert