Jens Kummer von Mars Asset Management

Jens Kummer von Mars Asset Management

Fonds-Perle

Mit Ampel-System zur Rendite

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„Im Aufschwung sind Investoren gierig, in der Krise ängstlich“, sagt Jens Kummer. „Beides kostet sie viel Rendite und hat bei uns im Portfoliomanagement darum nichts zu suchen“, so der Berater des globalen Dachfonds Prima Top 20. „Bei uns geht es um ein effizientes Rendite-Risiko-Profil.

Das hört sich erst einmal langweilig an, aber so vermeiden wir große Ausschläge und liegen auf Sicht von drei bis fünf Jahren vorne.“ Sein Ziel: eine positive Rendite auf Sicht von zwölf Monaten. Verluste sollen mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent nicht über 12 Prozent liegen.

Grünes Licht für europäische Aktien

Kummer gründete im Februar 2013 zusammen mit Volker Kurr, Damian Krzizok, Andreas Bichler und der ebenfalls in Frankfurt ansässigen Investmentboutique Acatis Mars Asset Management. Den bei der Luxemburger IP Concept aufgelegten Fonds berät er erst seit Februar dieses Jahres, aber seine Strategie verfolgt Kummer bereits seit 2008.

Wie schon bei seinem früheren Arbeitgeber SEB Asset Management erstellt er nach einem selbst entwickelten Multi-Asset-Total-Return-Modell jede Woche eine Ampel für Anlageklassen. Kummer: „Um rechtzeitig aus riskanten
Asset-Klassen auszusteigen oder den frühzeitigen Einstieg zu finden, messen wir die absolute und relative Kursbewegung sowie die Korrelation von mehr als 100 verschiedenen Anlageklassen zueinander.“

Mithilfe dieses Barometers entstehe ein aussagekräftiges Frühwarn- beziehungsweise Risikosystem. Derzeit steht die Ampel vor allem für europäische Aktien auf Grün. Mit einem Anteil von 44 Prozent machen sie fast die Hälfte des Portfolios aus. Insgesamt liegt die Aktienquote bei 75 Prozent.

„Die Europäische Zentralbank hat Anfang Juni ein Paket von Zinsmaßnahmen angekündigt, mit dem der Deflationsdruck gemindert und die Vergabe von Firmenkrediten angekurbelt werden soll“, so Kummer. Der bisherige Trend des positiven Wirtschaftswachstums bei niedriger Inflationsrate im Euroraum bleibe damit bestehen. Kummer: „Zudem haben sich die Wirtschaftsnachrichten aus China aufgehellt.“

Das alles spreche für Aktien. Die Anleiheseite im Portfolio sieht dementsprechend mager aus. Einzige Position: 10 Prozent Staatsanleihen aus Schwellenländern. Kummer: „Das ist das einzige Segment mit vernünftigen positiven Renditeerwartungen und niedrigem kurzfristigem Risikopotenzial.“ Rohstoffe stellen weitere 10 Prozent, die restlichen 5 Prozent liegen in der Kasse.

Seine Strategie setzt Kummer vor allem mit liquiden Indexprodukten um. Dabei darf er alles, keine Anlagekategorie ist fix im Portfolio gesetzt. Eine Benchmark muss er nicht berücksichtigen. Entscheidend bei der Fondsauswahl sind vor allem ein geringer Tracking Error und die Gesamt kosten.

Kummer: „Alles, was mich Kauf, Verkauf und Halten eines Fonds in Summe kostet, will ich minimieren.“ Für den Prima Top 20 kauft er darum vor allem klassische Indexfonds, keine börsennotierten Exchange Traded Funds. „Das ist der günstigste Weg für Portfolios bis 50 Millionen Euro.“

23 Fonds hat er derzeit im Portfolio. Seine drei größten Positionen kommen alle vom US-Fondsanbieter State Street: der SSgA Europe Index Equity Fund (WKN: 213797), SSgA EMU Index Equity Fund (940676) und SSgA World Index Equity Fund (A0F5SY).


Quelle: Bloomberg

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