Georg Oehm ist Verwaltungsratsvorsitzender und Initiator des Mellinckrodt-Fonds. (Foto: Wonge Bergmann)

Georg Oehm ist Verwaltungsratsvorsitzender und Initiator des Mellinckrodt-Fonds. (Foto: Wonge Bergmann)

Fonds-Perle

Stets auf der Lauer beim Mellinckrodt 2 German Opportunities

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„Wir wollen doch keinen Strafzins zahlen“, meint Georg Oehm, Verwaltungsratsvorsitzender und Initiator des Aktienfonds Mellinckrodt 2 German Opportunities (WKN: A1T 72C). Als im November 2014 einige Depotbanken anfingen, Negativzinsen auf die Kassenbestände von Fonds zu verlangen, war der Mellinckrodt-Fonds bereits positioniert. Ein Drittel hielt er zum damaligen Zeitpunkt als Liquidität. Zusätzlich hatte man 10 Prozent in Large Caps aus der Schweiz geparkt – wohlgemerkt als Ersatzkasse.

Lieber klein als groß Das ist nicht ganz unwichtig für den Fonds, denn es ist erklärtes Ziel des Fondsmanagements, Aktien- und Cash-Quote aktiv zu steuern. Das Anlageuniversum des Mellinckrodt-Fonds umfasst Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum, die eine Marktkapitalisierung von mindestens 50 Millionen und maximal eine Milliarde Euro haben. Small und Micro Caps eben.

Diese Beschreibung trifft derzeit auf 438 Firmen zu. Zum Vergleich: Addiert man alle Large-Cap-Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, kommt man auf 53. Im Mid-Cap-Bereich sind es 165. Ziel beim Mellinckrodt-Fonds ist es, aus besagten 438 Aktien ein sehr konzentriertes Portfolio mit 20 bis 25 Titeln zu bestücken.

Einen starken Dämpfer erlitt die Performance des Aktienfonds im Sommer 2014. Die Bemerkung der Fed-Präsidentin Janet Yellen, Small Caps seien zu teuer, habe zum weltweiten Kursrutsch in diesem Segment geführt. „Auch in Europa, obwohl die Bewertungen hier gar nicht so hoch waren“, so Oehm.

Zusätzlich verschärft habe sich die Entwicklung durch die Ukraine-Krise. Seit Mitte Oktober würde sich das Segment aber wieder erholen. Auf der Suche ist man nach sogenannten Bluechip-Small-Caps – was sich eigentlich widerspricht. „Wir suchen gute Geschäftsmodelle und Eigentümer, die eine unternehmerische Führung sicherstellen“,  sagt Oehm. „Wenn die Gesellschaft größer wäre, würde sie alle Anforderungen eines Bluechip erfüllen.“

Letztendlich ist dies nicht der Fall, weil bei den meisten Unternehmen der Markt, auf dem sie ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten, zu klein ist. Die Überzeugung: Kleinere Firmen sind unternehmerischer und fokussierter. „Dies geht zwar mit einem höherem Risiko einher, weil Schlüsselpersonen eine größere Rolle spielen“, so Oehm. „Aber gute Unternehmer bieten eben auch die Chance, mehr zu erreichen als der Durchschnitt.“

Unaufgeregt zielstrebig

„Hornbach ist typisch für das, was wir mögen“, erklärt der Verwaltungsratsvorsitzende des Fonds. „Albrecht Hornbach führt das Familienunternehmen seit über zehn Jahren unaufgeregt, aber zielstrebig.“ Alle würden die Pleite des Baumarkt-Wettbewerbers Praktiker kennen. Die wenigsten wüssten indes, dass Hornbach ein profitables Wachstumsunternehmen sei.

Europaweit verkauft das Unternehmen nicht nur Handwerkszeug, sondern entwickelt auch die Immobilien für Baumärkte. „Geschäfte in Top-Lagen in den Innenstädten sind knapp, das ist eine Binsenweisheit“, so Oehm. „Dass es bei Top-Lagen für große Einzelhandelsmärkte auch Engpässe gibt, wissen dagegen die wenigsten.“

Mellinckrodt 2 German Opportunities

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Quelle: Bloomberg

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