Christofer Rathke, Berater des LSF Asian Solar & Wind

Christofer Rathke, Berater des LSF Asian Solar & Wind

Fonds-Perlen

Auf Chinas Sonnenseite

Eine geniale Geschäftsidee hatte 2012 Chen Guangbiao. Der millionenschwere Recycling-Unternehmer aus China bot seinen Smog-geplagten Mitmenschen für 5 Yuan (60 Cent) frische Luft in Dosen an. Mit Erfolg: Bereits in den ersten zwei Tagen hatte der findige Geschäftsmann 1.000 Dosen verkauft. Kein Wunder, schließlich ist frische Luft in chinesischen Metropolen Mangelware. Nach Angaben der Behörde für Umweltschutz hielten im vergangenen Jahr nur 3 von 74 Großstädten in China den staatlichen Standard für gute Luft ein.

145 Prozent in einem Jahr


Mehr als nur gute Luft bekamen Anleger, die Anfang des vergangenen Jahres Anteile des LSF Asian Solar & Wind kauften. Bis zum Jahresende legte der Aktienfonds rund 145 Prozent zu. Und sein Potenzial scheint noch nicht ausgeschöpft. So rechnet der Fondsberater Christofer Rathke mit einem Versorgungsproblem auf dem Photovoltaik-Markt, das die Gewinnmargen noch in diesem Jahr auf Rekordniveaus ansteigen lassen könnte. In vielen Aktien sei dies jedoch nicht eingepreist.

Rathke konzentriert sich vor allem auf Unternehmen, die in der Produktion von Photovoltaik-Anlagen aktiv sind: 80 Prozent des Portfolios entfällt auf die Solarbranche. Die Windindustrie macht 12 Prozent des Portfolios aus.

Geografisch setzt Rathke vor allem auf China – den weltweit größten Klimasünder, den er nichtsdestotrotz für den Marktführer im Photovoltaik-Bereich hält. Rathke rechnet damit, dass die Volksrepublik im Jahr 2014 für 25 bis 35 Prozent der globalen Nachfrage aufkommen wird.

Mehr als die Hälfte ihrer Produktion werden chinesische Hersteller laut Rathke im Binnenmarkt absetzen können. Das mache sie zunehmend krisenresistent.

Außerdem habe die chinesische Führung die Energiewende angesichts der immer bedrohlicheren Luftverschmutzung zur Chefsache erklärt. „Ich gehe davon aus, dass das Land beim Ausbau der Solar- und Windparks in den kommenden Jahren alle jetzigen Zielmarken übertreffen wird.“

Keine Angst vor EU-Strafzöllen


Das befürchten wohl auch die EU-Staaten. Um die Billigkonkurrenz von Europa fernzuhalten, führte die EU im vergangenen Jahr Strafzölle auf Solarpaneele aus China ein. Rathke machen diese Zwangsabgaben aber keine Angst. Denn sie betreffen nur Unternehmen, die ihre Produkte zu Dumpingpreisen nach Europa verkaufen. Chinas Marktführer hingegen erheben bereits die mit der EU ausgehandelten Mindestpreise und bleiben somit auch künftig steuerfrei, sagt er.

Um attraktiv bewertete Marktführer zu identifizieren, analysiert Rathke die Bilanzen und das Management der Unternehmen. Neben chinesischen sowie taiwanesischen Produzenten kauft er auch Aktien von US-Solarherstellern wie Sunpower, die ihre Produktionsbasen aus Kostengründen nach Asien verschoben haben, aber in den USA ein zunehmend lukratives Projektgeschäft entwickeln.

Im Windsegment bevorzugt der Fondsberater Windparkbetreiber gegenüber Herstellern von Windturbinen und -getrieben, „da Letztere wegen einem anhaltenden Überangebot im Weltmarkt unter Preisdruck bleiben“.

LSF Asian Solar & Wind

Einsteigen: Umweltbewusste Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont

Umsteigen: Aus Asien-Fonds, die von der angespannten Situation in den Schwellenländern in Mitleidenschaft gezogen werden

Besonderheit: Der Klimasünder China bildet die mit Abstand größte geografische Position


 
WKN: A0RN3W

Auflegungsdatum: 10. Februar 2009

Fondsvolumen: 41,3 Millionen Euro

Performance seit Auflegung: 93,5 Prozent

Performance 3 Jahre: minus 11,7 Prozent

Performance 5 Jahre: 55,3 Prozent

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