Fonds-Porträt Castell VV Defensiv R „Das Korrelationsverhalten von Anleihen hat sich seit der Finanzkrise deutlich verbessert“

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Auf der Anleiheseite – klarer Schwerpunkt des Fonds mit einer Gewichtung von aktuell fast 80 Prozent – setzt Hammerschmitt mit seinem Team auf eine sorgfältige Auswahl und eine dynamische Strategie, insbesondere außerhalb Deutschlands. „Andere Länder bieten bei ähnlicher Sicherheit attraktivere Renditen und sind an anderer Stelle in ihrem Zinszyklus“, sagt der Fondsmanager. So sieht er etwa bei britischen Staatsanleihen weiterhin eine attraktive Verzinsung, bei Dollar-Papieren stehen neben US-Papieren vor allem solche aus Neuseeland im Fokus.

„Eine Internationalisierung des Rentenanteils erfordert dabei gleichzeitig ein ebenso globales Durationsmanagement, das Rentenmanagement wandelt sich somit von einer Buy-and-hold- zu einer dynamischeren Strategie“, unterstreicht Experte Hammerschmitt.

Für ihr globales defensiv ausgerichtetes Anleiheportfolio, das neben Staats- auch Unternehmensanleihen, Hochzinspapiere und hybride Anleihen umfasst, erwarten die Castell’schen Vermögensverwalter eine Rendite von immerhin noch 1,7 Prozent.

Doch interessiert sie nicht allein die Ertragsseite. Mindestens ebenso wichtig sind die Diversifikationseffekte: „Das Korrelationsverhalten von Renten hat sich seit der Finanzkrise wieder deutlich verbessert. Die wieder gestiegene negative Korrelation zu Aktien ermöglicht eine bessere Ausnutzung der Diversifikationskraft – also genau das, was wir uns als Multi-Asset-Manager wünschen“, berichtet Hammerschmitt. „Mit anderen Worten: Es erlaubt Investoren, mehr Aktien und damit mehr Anteile des potenziellen Renditebringers zu halten als ohne.“ Aktien sind aktuell mit insgesamt gut 9 Prozent im Portfolio des Castell VV Defensiv gewichtet.

Mit Behavioral-Finance-Ansatz

Die Festlegung der strategischen Asset Allocation ist der erste Schritt, der vom Strategischen Kapitalmarktkomitee der Fürstlich Castell‘schen Bank unternommen wird. Die Einzeltitelauswahl erfolgt dann auf Basis makroökonomischer Erwartungen, Fundamentalanalyse, quantitativer Screenings sowie Erkenntnissen aus Markttechnik und Behavioral Finance. Zum Einsatz kommen dabei auf der Aktienseite neben Einzeltiteln auch Exchange Traded Fonds (ETFs) und aktiv gemanagte Fonds.

Seit Auflegung Anfang August 2012 hat der defensive Multi-Asset-Fonds einen jährlichen Ertrag von rund 3 Prozent erwirtschaftet – ein für die sehr defensive Ausrichtung äußerst respektables Ergebnis. Ganz so viel wird es voraussichtlich zukünftig nicht mehr sein können. Die Experten der Bank rechnen für den Castell VV Defensiv für die Folgezeit mit einer Performance von 2 bis 2,5 Prozent per annum – und damit mit 1 bis 1,5 Prozent weniger, als sie noch zum Start vor vier Jahren erwartet haben. Hammerschmitt bemerkt dazu: „In Kaufkraft gerechnet, also bei den Renditeerwartungen nach Abzug der Inflation, hat sich kaum etwas geändert. Die nominalen Erwartungen 2012 waren zwar höher als die aktuellen, mussten aber auch eine höhere Inflation ausgleichen.“