Christoph Bruns managt den LOYS Global

Christoph Bruns managt den LOYS Global

Fonds-Porträt

Fondsklassiker: Loys Global

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Klein, aber fein, heißt es oft, wenn von sogenannten Fondsboutiquen gesprochen wird. Bei der Loys Gesellschaft aus dem niedersächsischen Oldenburg trifft das voll und ganz zu. 2005 verwaltete Loys noch 5,6 Millionen Euro, inzwischen sind es über 800 Millionen Euro – und das in nur einer Anlagephilosophie, vorrangig im erfolgreichen Flaggschifffonds LOYS Global, der vom ehemaligen Union-Investment-Fondsmanager Christoph Bruns verantwortet wird.

Bruns, der 2002 bei Union aufhörte und seit 2005 überwiegend von Chicago aus für LOYS agiert, war und ist für die Oldenburger Boutique ein Glücks-fall, denn der bekannte Name zieht Aufmerksamkeit auf sich. Und ganz nebenbei stimmt auch die Performance beim LOYS Global: Seit Bruns' Eintritt vor zehn Jahren hat der globale Aktienfonds seinen Anlegern ein Plus von rund 120 Prozent beschert und damit den MSCI World outperformt.



Keine Orientierung am Index

Wertorientiert, konservativ und antizyklisch – so beschreibt Bruns selbst seinen Anlagestil, der ihm zudem alle Freiheiten lässt. „Wir betreiben konsequentes aktives Management und orientieren uns nicht an einem Index“ stellt der Fondsmanager klar. Stockpicking heißt das Erfolgsgeheimnis. „Wir investieren in ein konzentriertes Aktien-portfolio der besten Anlageideen“, sagt Bruns. Zwischen 40 und 70 Werte befinden sich im Fonds.

Im LOYS Global verfolgt Bruns eine flexible Value-Strategie, die auf unterbewertete Unternehmen abzielt und in puncto Länder-, Branchen- und Einzeltitel-Gewichtung keinen festen Regeln folgt. In Phasen, in denen ihm die Aktienmärkte allgemein als eher teuer erscheinen, baut Bruns Liquidität auf, um diese bei wieder günstigen Bewertungen neu zu investieren.

Die Investitionsquote liegt in der Regel aber zwischen 70 und 100 Prozent. Wo möglich, also dort, wo die Kapitalisierung der Titel es zulässt, bemüht sich das Fondsmanagement auch um die Generierung von Zusatzerträgen über Stillhaltergerschäfte.

Der Investmentprozess wird durch eine gründliche und streng fundamentale Unternehmensanalyse bestimmt. Investitionen erfolgen ausschließlich in Aktien von signifikant unterbewerteten Qualitätsunternehmen. Herzstück des Investmentprozesses ist die Ermittlung des fairen Werts des Unternehmens. Hierzu hat Loys ein eigenes Verfahren entwickelt, in das verschiedene Bewertungsmodelle einfließen und das Zeiträume bis zu 15 Jahren betrachtet.

„Wir versuchen Aktien von Unternehmen, die nach unserer Analyse 1 Euro wert sein müssten, für 70 Cent zu kaufen. Zusätzlich müssen wir von dem Geschäftsmodell des Unternehmens überzeugt sein“, erläutert Bruns. Wenn der faire Wert erreicht ist, wird konsequent verkauft.

Industriewerte stark gewichtet

Unter den größten Positionen finden sich derzeit Bechtle, BP und Deutsche Post. Industriewerte liegen in der Branchengewichtung mit 19 Prozent vorn. Dicht dahinter folgen IT-Unternehmen und Energietitel. „Diese Unternehmen brauchen wir nun mal, wenn wir auch weiter auf Öl als Energiequelle setzen. Deshalb finde ich sie interessant“, sagt Bruns. Die Luxusgüterindustrie war seiner Meinung nach zuletzt ebenfalls unterbewertet.

Wer Bruns kennt oder ihn schon auf Branchenveranstaltungen erlebt hat, der weiß, dass er seinen Job mit Herzblut betreibt. Immer wieder appelliert er für mehr Aktienkultur hierzulande und wirbt für die Vorzüge der Aktie als Sachwertanlage: „Es ist langfristig sehr sinnvoll, sich an der Wirtschaft durch Aktien zu beteiligen“, sagt der Fondsmanager. „Und es spricht manches dafür, dass die Dauernullzinspolitik auf dem Gebiet der Kapitalanlage zu einem wirklichen Umdenken zugunsten der Aktie führen könnte“, meint Bruns.

Die Anleger des LOYS Global sollten davon profitieren.

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