Multimedialer "Themenraum Gesundheit" von Bayer: Healthcare-Fonds nutzen das Potenzial des Sektors

Multimedialer "Themenraum Gesundheit" von Bayer: Healthcare-Fonds nutzen das Potenzial des Sektors

Fonds-Porträt

Healthcare-Fonds mit Absolute-Return-Ansatz

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2013 machte er einen Schnitt. Thilo Rohrhirsch verabschiedete sich von seinem Arbeitgeber und gründete das Unternehmen acevo. Der Diplom-Biotechnologe hatte viele Jahre als Healthcare-Analyst in großen Häusern gearbeitet. Zuletzt managte er Healthcarefonds bei der Deka. Seit Oktober 2014 setzt er seine eigene Fondsstrategie um. Das Produkt dazu ist der bei Universal-Investment aufgelegte acevo Global Healthcare Absolute Return UI Fonds.

Formal handelt es sich um einen Long-short-Branchenmischfonds. Doch sieht Rohrhirsch den Fonds weder als klassischen Mischfonds noch als herkömmlichen Long-short-Fonds. Die Beimischung von Anleihen und Short-Positionen erhöhen indes seine Flexibilität in schwierigen Marktphasen. Denn der Healthcare-Fonds hat einen Absolute-Return-Ansatz: Rohrhirsch orientiert sich nicht am Index, sondern will möglichst positive Erträge erzielen.

Im Anleihebereich setzt er ausschließlich auf Anleihen von Unternehmen aus der Gesundheitsindustrie. Diese können zu den 51 Prozent des Fondsvermögens beitragen, die er als Branchenfonds stets in Wertpapieren halten muss. „Die Anleihen sind eine Vorsorgemaßnahme für den Ernstfall, der eine schnelle und massive Reduzierung des Risikos auf der Aktienseite ermöglicht“, so Rohrhirsch. Außerdem nimmt er sie gern als Cash-Ersatz, um eventuellen negativen Einlagezinsen zu entgehen.

Auswahl der Aktien nach ACAD-Modell
Auch die Short-Positionen nutzt Rohrhirsch taktisch: „Wenn sich nach einer längeren Aufwärtsphase am Aktienmarkt das Risiko für Korrekturen erhöht, bietet der Long-short-Ansatz mit Long-Bias beachtliche Vorteile“, so Rohrhirsch. Wenn er short geht, dann selten über Indizes, sondern über Einzelaktien. Welche, entscheidet das hauseigene ACAD-Modell. Dieses quantitative Screening-Modell ist aber vor allem Grundlage für die Aktien-auswahl im Long-Bereich.

Im Gegensatz zu den meisten Screening-Verfahren ist das ACAD-Modell zukunftsgerichtet. Dieses auf Healthcaresektor-spezifischen Algorithmen basierende Modell soll es ermöglichen, Auf- oder Abwärtspotenziale eines Unternehmens zu erkennen. Ist in der Branche grundsätzlich genügend Potenzial nach oben vorhanden, verzichtet Rohrhirsch auf Short-Positionen. Vor allem spart ihm das ACAD-Modell aber kostbare Zeit.

„Mit dem Modell können wir ein großes Universum von Healthcare-Unternehmen schnell analysieren, die Unternehmen auf Basis ihrer operativen Leistungsfähigkeit global miteinander vergleichen und die mit dem besten Potenzial auswählen“, so Rohrhirsch. Seine Zeit nutzt er lieber für die folgende qualitative fundamentale Analyse der vielversprechenden Kandidaten. Im dritten Schritt bedient sich Rohrhirsch der technischen Analyse, um optimale Ein- und Ausstiegzeitpunkte zu erkennen. Nach einem Liquiditätsfilter verbleiben rund 1.000 von weltweit 3.000 Unternehmen, die in Rohrhirschs Anlageuniversum passen. Investiert wird in die ganze Bandbreite des Gesundheitswesens. Neben Pharma zählen dazu Biotechnologie, Medizintechnik und -ausstattung und schließlich die Dienstleister, wie Krankenhausbetreiber oder spezialisierte IT-Unternehmen. Insgesamt haben Rohrhirsch und sein Team 26 Subsektoren für diese vier Bereiche ausgemacht.

Bis September war der Fonds kaum in Biotechnologie und Specialty Pharma investiert: Rohrhirsch hielt beide für überbewertet und technisch überkauft. „Im August und September führte die Wahlkampf-Rhetorik von Hillary Clinton zum Abverkauf der Subsektoren“, so Rohrhirsch. „Dadurch ergaben sich viele Investitionsgelegenheiten.“ Jetzt zählen neben Medical Equipment & Supply und Healthcare Services die Subsektoren Biotechnologie und Specialty Pharma zu den am stärksten gewichteten im Fonds.



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