Fondsverwalter Hannes Peterreins, Vorstandsvorsitzender der Dr. Peterreins Portfolio Consulting

Fondsverwalter Hannes Peterreins, Vorstandsvorsitzender der Dr. Peterreins Portfolio Consulting

Fonds-Portrait Ampega Balanced 3

Mut zur gedrehten Meinung

//
Das Stichwort Anlagephilosophie erhält beim flexiblen Mischfonds Ampega Balanced 3 eine ganz neue Bedeutung:  Fondsverwalter Hannes Peterreins ist nicht nur promovierter Mathematiker, sondern auch Philosoph. So findet sich auf der Webseite seines Unternehmens – der Dr. Peterreins Portfolio Consulting – die Rubrik „Philosophisches“, in der er regelmäßig Beiträge veröffentlicht.

Das absolvierte Studium sieht der Münchner Vermögensverwalter als Bereicherung für seine Arbeit. So versteht er das Sokrates-Zitat „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ auch als Aufforderung, sich selbst und eine einmal gefasste Meinung immer wieder zu hinterfragen: „Letztlich sind die Kapitalmärkte die große Unbekannte, und ich versuche, mich dieser Unbekannten mit Respekt und Bescheidenheit zu nähern.“

Als typisches Kennzeichen seines Management-Ansatzes sieht Peterreins dementsprechend die Bereitschaft, einmal gefasste Marktmeinungen auch wieder zu revidieren. „Was tun wir, falls die Dinge anders laufen als gedacht? Diese Kernfrage stellen wir uns immer wieder, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein“, sagt er. Viele Manager, so seine Erfahrung, hingen hingegen zu lange ihren einmal gefassten Prognosen nach – „auch dann, wenn bereits offensichtlich ist, dass sie falsch sind“. Um mögliche Verluste in Situationen, in denen er selbst falsch liegt, zu begrenzen, setzt er zudem Stop-Loss-Limits ein.

Hinsichtlich der Anlageklassen kann Peterreins sehr frei agieren: „Unser Anlagekonzept ist sehr flexibel, wir können sehr schnell von 100 Prozent Aktien auf 100 Prozent Cash gehen, wenn wir es für richtig halten.“ Maßgeblich für die Gewichtung der Anlageklassen ist die Frage, welcher Punkt im aktuellen Marktzyklus jeweils erreicht ist. Als Investmentziel dienen nicht nur Aktien und Anleihen, sondern auch Fonds, Devisentermingeschäfte und Futures.

Als Beispiel für einen Fonds im Portfolio nennt Peterreins den Vanguard US Opportunities, der aktuell mit einer Gewichtung von rund 6 Prozent zu den größten Positionen gehört: „Die Wertentwicklung war bislang überzeugend, die Gesamtkostenbelastung ist sehr niedrig und die verfolgte Anlagestrategie verspricht auch künftig attraktive Renditen“, lautet sein Urteil.

Zu den Top-Ten-Positionen im Fonds gehören derzeit außerdem Indexfonds auf die Branchen Nahrungsmittel, Gesundheit und Versicherungen. Größte Aktie ist aktuell der US-Tabakkonzern Altria mit einer Gewichtung von knapp 4 Prozent. Es gibt grundsätzlich keine Branchen oder Regionen, die Peterreins per se meidet. „Wir waren allerdings in den vergangenen Jahren sehr vorsichtig, was die Schwellenländer angeht. Dies könnte sich aber auch wieder ändern“, erläutert er. Auch Immobilien blieben zurzeit außen vor, zumindest in Form offener Fonds. Reits hingegen könnten durchaus in Betracht kommen.

Die Gewichtung der Anlageklassen variiert teils beträchtlich: So betrug die Cash-Quote Ende Mai noch knapp 9 Prozent, derzeit sind es 40 Prozent. Mit seiner Bereitschaft, schnell auf veränderte Marktsituationen zu reagieren und seine Position zu überdenken, erzielte Peterreins bislang sehr gute Erfolge: In den vergangenen drei Jahren legte sein Fonds im Schnitt um jährlich 20,34 Prozent zu, über fünf Jahre waren es 13,76 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten erwirtschaftete er für seine Anleger einen Wertzuwachs von 28,94 Prozent.

Das sehr gute Abschneiden seines Fonds innerhalb der Vergleichsgruppe „Flexible Mischfonds“ begründet Peterreins unter anderem mit dem rechtzeitigen Wiedereinstieg in den Aktienmarkt, also die Börsen noch in Krisenstimmung waren. „Auch die starke Wette auf einen steigenden Dollarkurs in 2014 hat sich für den Fonds ausgezahlt“, so sein Fazit.

Verpassen Sie keinen Beitrag aus unserem wöchentlichen Online-Magazin DER FONDS und melden Sie sich hier kostenlos per E-Mail an.

Mehr zum Thema
„Extrem gefährlich“ Carl Icahn schießt gegen BlackrockFonds-Vermögensverwaltungen„An einigen Stellen Wildwuchs“