Henning Potstada, Manager des DWS Multi Opportunities

Henning Potstada, Manager des DWS Multi Opportunities

Fonds-Portrait DWS Multi Opportunities

Mehr als ein Gesellenstück

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Es gibt wahrlich schlechtere Lehrmeister, die sich ein junger Fondsmanager wünschen kann: Als Henning Potstada Anfang 2006 als junger Betriebswirt zum Fondsanbieter Deutsche Asset Management stößt, ist es DWS-Urgestein Klaus Kaldemorgen, der die Karriere des jungen Betriebswirts begleitet. Mit Erfolg, denn mittlerweile verantwortet Potstada unter anderem den rund 2 Milliarden Euro schweren DWS Multi Opportunities. Der flexible Ansatz des 2002 für institutionelle Investoren aufgelegten Mischfonds kam so gut an, dass es seit Dezember 2013 auch eine Anlageklasse für Privatanleger gibt.

Angesichts der langfristigen Wertentwicklung verwundert dies nicht: Über zehn Jahre beispielsweise erwirtschaftete der Fonds ein Plus von knapp 70 Prozent, was ihm derzeit Rang 2 unter den bei Fondsweb gelisteten Fonds der Kategorie Mischfonds flexibel Welt beschert.

Bei der Gewichtung der Anlageklassen kann Potstada flexibel agieren, sie dürfen zwischen 0 und 100 Prozent variieren. De facto bewegt sich die Aktienquote innerhalb eines Korridors von 10 bis 60 Prozent. So lag sie etwa im Krisenjahr 2008 bei nur 10 Prozent, 2014 waren es über 60 Prozent. Im Schnitt der vergangenen fünf Jahre betrug der Aktienanteil 45 Prozent.

Wie hoch die Aktienquote jeweils ist, macht Potstada unter anderem auch an der jährlichen Volatilität fest, die seit der Auflegung zwischen 5 und 8 Prozent lag. „Über den Marktzyklus hinweg möchte ich ein ausgewogenes Risikoprofil erreichen, das in Aufwärtsphasen eine angemessene Teilhabe ermöglicht und in Abwärtsphasen größere Verluste vermeidet“, erläutert er.

Bei seinen Portfolioentscheidungen setzt der DWS-Manager im ersten Schritt auf eine Analyse der gesamtwirtschaftlichen Situation, um zu bestimmen, in welchem Umfang er Risiken im Fonds insgesamt eingehen möchte. Im zweiten Schritt nimmt er die einzelnen Anlageklassen unter die Lupe und analysiert, welche davon das beste Ertrags-Risiko-Verhältnis aufweisen. Den letzten Schritt des dreistufigen Prozesses bildet die Risikokontrolle und -steuerung. „Analysiert werden dafür die Risikobeiträge der einzelnen Portfolio-Positionen zum Gesamtrisiko des Fonds“, erläutert Potstada.

Obwohl eigentlich als Dachfonds aufgelegt, hält der DWS Multi Opportunities neben klassischen Investmentfonds und ETFs auch einzelne Aktien und Anleihen. „Der Anteil an Zielfonds muss bei mindestens 51 Prozent liegen“, erläutert Potstada. Von der Möglichkeit, auch Fonds fremder Anbieter zu nutzen, macht er in der Regel aber kaum Gebrauch, weil er über die Produkte des eigenen Hauses naturgemäß besser informiert ist.

Derzeit gehören unter anderem der DWS Top Europe und der DWS Rendite Optima Four Seasons zu den Top-Positionen, daneben zwei Indexfonds aus dem Hause I-Shares und Aktien des koreanischen Technologie-Konzerns Samsung. Obwohl global ausgerichtet, liegt der Schwerpunkt auf den entwickelten Ländern. Vor allem die USA und Europa sind im Fonds üblicherweise stark vertreten. Schwellenländer-Engagements begrenzt Potstada auf maximal 15 Prozent (aktuell: 6 Prozent).

Auf die Marktturbulenzen seit Juli vergangenen Jahres reagierte Potstada mit einer Senkung der Aktienquote auf 30 bis 40 Prozent. „Besonders starke Kursbewegungen haben wir genutzt, um taktische Positionen aufzubauen. Das Engagement in US-Dollar haben wir graduell auf aktuell 16 Prozent reduziert“, beschreibt er die Portfolio-Umschichtungen der vergangenen Monate.

Seit Dezember vergangenen Jahres kauft Potstada zudem verstärkt Hochzinsanleihen: „Hier haben wir unter anderem im Energie- und Rohstoffbereich zugegriffen, in den vergangenen Wochen waren hier Einzeltitel im kurzlaufenden Bereich von zwei bis drei Jahren mit Renditen von bis zu 15 Prozent zu ergattern“, argumentiert er. Sollten sich in diesem Segment weitere Chancen ergeben, will er diese Positionen weiter ausbauen.

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