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Fonds-Portrait IP White Ein Sparkassen-Mischfonds kommt groß raus

Freidenker aus Luxemburg: Lars Rosenfeld, Manager des IP White
Freidenker aus Luxemburg: Lars Rosenfeld, Manager des IP White
Basis-Research passiert manchmal von ganz allein. So erfreuen sich die Produkte der Firma Leifheit im Haushalt von Familie Rosenfeld seit Jahren bester Beliebtheit. Zufriedene Kunden waren schon immer die Basis für Geschäftserfolg. Der Mann im Haus, Lars Rosenfeld, ist Fondsmanager bei der Freien Internationalen Sparkasse in Luxemburg, einer Tochter der Sparkasse Bremen. Er betreut den defensiven Mischfonds IP White und hat die Leifheit-Aktie zu 1,4 Prozent gewichtet.

Eine der größten Positionen. Das Unternehmen verkörpert Rosenfelds Vorstellung von einer guten Anlage: „Je solider, desto besser“, erklärt er. Wobei er generell gern in Europa bleibt, Schwerpunkt Deutschland.

Ein weiteres Beispiel ist die Aktie von Technotrans. Das Unternehmen aus Sassenberg ist vor allem als Zulieferer für die Druckindustrie bekannt. Seit einigen Jahren ist es aber auch mit Flüssigkeit-Technik unterwegs. Insbesondere baut Technotrans Kühlsysteme für die Laserindustrie und den Maschinenbau. Es ist zum Beispiel dabei, wenn die Passagier-Scanner an Flughäfen auf Flüssigkühlung umgestellt werden. Auch moderne Riesenbatterien brauchen Kühlung. Dabei ist der gebürtige Rostocker gar kein Physiker, sondern gelernter Schifffahrtskaufmann. Allerdings schwenkte er vor über 20 Jahren in eine Bankkarriere um.

Rosenfelds Historie ist zwar noch nicht lang, dafür aber bemerkenswert. So gehört der IP White zu den wenigen Mischfonds, die seit Jahresanfang deutlich im Gewinn liegen.

Zwei Eigenschaften sind dafür verantwortlich. Einerseits holt Rosenfeld vor allem Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten und damit geringen Zinsänderungsrisiken in sein Portfolio. „Was man nicht verliert, muss man auch nicht wieder aufholen“, erklärt er. Dafür ist er sogar solch – in jüngster Zeit eher umstrittenen – Papieren wie Mittelstandsanleihen nicht abgeneigt.

Zum Beispiel vom Windturbinen-Hersteller Nordex. Das Papier lief zum Kaufzeitpunkt keine zwölf Monate mehr, brachte trotz kurzer Laufzeit aber über 2 Prozent Rendite. Wegen der turbulenten Unternehmensgeschichte mochten viele Investoren den Titel nicht. „Doch das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren seine Hausaufgaben gemacht und Cashflow und Gewinne kontinuierlich gesteigert“, sagt der Fondsmanager.

In die Auswahl kommen auch Anleihen von Unternehmen, die die großen Rating-Agenturen wie S&P oder Moody´s links liegen lassen. „Hier gibt es noch Titel mit einem attraktiven Rendite-Risiko-Profil“, sagt Rosenfeld. Allzu große Risiken versucht er zu vermeiden: „Die Stabilität des Portfolios steht im Vordergrund.“

Die zweite wichtige Eigenschaft ist Rosenfelds Sicherungssystem. Immer wenn am Aktienmarkt Ungemach droht, nimmt er Optionen oder Futures auf Dax oder Euro Stoxx 50 ins Portfolio. Ebenso senkt er über dieses sogenannte Overlay Risiken, wenn die Aktien ihre Risiken nicht mehr gegenseitig ausgleichen können und das Marktrisiko nicht mehr akzeptabel ist.

Rosenfeld beobachtet die Bewertungen von Aktien selbst, aber auch Stimmungen und andere Märkte. So fiel ihm Ende 2015 auf, dass einige Aktienmanager nicht mehr so richtig wussten, was sie kaufen sollten. Zudem deuteten sich damals schon die heute reihenweise sinkenden Gewinnerwartungen durch schrumpfende Auftragsbücher an. Also fuhr er die Aktienquote herunter und sicherte zusätzlich ab. Er war damit einer der wenigen, die pessimistisch ins neue Jahr gestartet waren. Und dafür jetzt mit kräftigen Mittelzuflüssen belohnt wird: Seit Jahresbeginn stieg dadurch das Volumen des IP White von 3 auf 28 Millionen Euro.

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