Fonds-Vertrieb 2019 „Cash bleibt weiter gesucht“

Uwe Diehl, Axa IM: Nebenwerte, Hochzinsanleihen, Wandelanleihen | © Axa IM

Uwe Diehl, Axa IM: Nebenwerte, Hochzinsanleihen, Wandelanleihen Foto: Axa IM

Welche Fondskategorien stehen bei Ihnen 2019 vertrieblich vorn?

Uwe Diehl: Multi-Asset und thematische Aktien. Bei den Multi-Asset-Fonds werden wir den AXA WF Global Optimal Income (ISIN: LU0465917044) und der AXA WF Defensive Optimal Income (LU0094159042) vorstellen. Im Bereich der thematischen Aktien steht eine Reihe von Fonds, wie zum Beispiel der AXA WF Framlington Robotech (LU1536921650), der AXA WF Framlington Digital Economy (LU1694771590), der AXA WF Framlington Longevity Economy (LU0266013126) und der AXA WF Framlington Evolving Trends (LU0503938366) im Fokus. Zusätzlich runden der AXA WF Framlington Women Empowerment (LU1557118921) und der AXA WF Framlington Fintech (LU1914341026) das Angebot ab.

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Welche einzelnen Fonds oder Fondsgruppen stehen außerdem im Fokus?

Diehl: Neben den bereits genannten Fonds halten wir eine Reihe weiterer Strategien für wichtig und aussichtsreich. Dazu gehören Small Cap Equities, US High Yield und Convertibles. Geht es um einzelne Fonds, sind der AXA Rosenberg All Country Asia ex Japan Small Cap Alpha (IE00B03Z0P68), der AXA WF Framlington Global Small Cap (LU0868490383) und der AXA WF Framlington European Small Cap (LU0125741180) zu nennen. Im Bereich US High Yield stehen neben dem AXA WF US High Yield Bonds (LU0276013082) mit dem US Short Duration High Yield (LU0194345913) und dem US Dynamic High Yield (LU1105450024) auch zwei spezialisierte Strategien im Fokus. Das Thema Wandelanleihen decken wir über den AXA WF Framlington Global Convertibles (LU0545110271) ab.

Außerdem hätte ich gerne einen antizyklischen Tipp.

Diehl:

Das Thema Nachhaltigkeit, also ESG, hat ja nun schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel und wird immer wieder mal hervorgeholt. Was ist dieses Mal anders?

Diehl: Dieses Mal ist anders, dass ESG sich von einem Nischen- zum Massenthema entwickelt hat. Investoren aller Nuancen, vom Privatanleger bis zur Versicherung, legen großen Wert darauf, dass ihre Geldanlage verantwortungsbewusst ausgerichtet ist. Zudem hat sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Berücksichtigung von ESG-Kriterien eben nicht mit einem Verzicht auf Rendite gleichzusetzen ist. Im Gegenteil: Gerade eine langfristig ausgerichtete Unternehmensanalyse muss ESG-Faktoren berücksichtigen, um ein wirklich umfassendes Bild der Lage eines Unternehmens zu liefern. Ansonsten besteht die Gefahr, dass beispielsweise eine schlechte Governance ausgeblendet wird, obwohl so etwas mit großen wirtschaftlichen Risiken einhergehen kann. Hinzu kommt, dass ESG auch von der regulatorischen Seite her Rückenwind erhält. So müssen in der Anlageberatung künftig etwa auch die ESG-Präferenzen von Kunden angemessen berücksichtigt werden.

Welcher Ansatz für ESG ist Ihrer Meinung nach der beste? Wann gibt es endlich Standards?

Diehl: Auf diese Frage möchte ich ein wenig unbescheiden antworten: unser eigener. Wir arbeiten mit einem mehrstufigen Ansatz, der ESG-Filter über sämtliche Anlageklassen und Fonds legt, die wir anbieten. Dabei integrieren wir ESG in unterschiedlicher Tiefe – vom Ausschluss bestimmter Themen aus unseren Anlagestrategien über Best-in-Class-ESG-Filter bis hin zu Impact-Investing-Ansätzen, die darauf abzielen, neben Finanzerträgen auch einen positiven Effekt auf Gesellschaft oder Umwelt zu erzielen.

Nennen Sie mir bitte ein Thema, das 2019 besonders wichtig für die Fondsbranche wird oder ist.

Diehl: Insgesamt halte ich die Aussichten für Aktien für eher positiv, die für Anleihen für eher negativ. Cash-Lösungen dürften angesichts der hohen Nervosität der Marktteilnehmer gesucht bleiben. In Bezug auf die Asset Allokation erwarte ich keine großen Veränderungen. Die Mehrzahl der Investoren dürfte große Wetten vermeiden. Zudem gewinnt Multi Asset immer noch an Bedeutung, obwohl das Segment durch die Entwicklung der vergangenen Jahre bereits ein hohes Niveau erreicht hat.