Fonds-Vertrieb 2019 „Das war in der Vergangenheit immer ein gutes Signal“

Holger Schröm, J.P. Morgan AM: „Das Thema Kostentransparenz ist in den Fokus geraten“ | © J.P. Morgan AM

Holger Schröm, J.P. Morgan AM: „Das Thema Kostentransparenz ist in den Fokus geraten“ Foto: J.P. Morgan AM

Welche Fondskategorien stehen bei Ihnen im kommenden Jahr vertrieblich vorn?

Holger Schröm: Income und Macro bleiben weiterhin im Fokus. Der J.P. Morgan Global Income (ISIN: LU0395794307) ist ein flexibler Mischfonds, der von Beratern gern für Privatanleger genutzt wird, die sich bisher noch nicht an Kapitalmarktinvestments herangewagt haben. Als Income-Fonds wird er bewusst auf regelmäßige Ausschüttungen hin gemanagt. Bislang waren das immer über 4 Prozent pro Jahr bei einem Risikoprofil, das dem halben Aktienmarkt entspricht. Es gibt auch eine konservativere Variante, den Global Income Conservative (LU1458463236), der insbesondere konservativen Anlegern eine Brücke zu den Kapitalmärkten bauen hilft. Der Global Macro Opportunities (LU0095938881) ist dagegen ein alternativer Multi-Asset-Ansatz, der eher für erfahrene Anleger geeignet ist. Das Fondsmanagement identifiziert die wichtigsten volkswirtschaftlichen Trends und setzt diese in Investmentstrategien um, die von diesen Trends profitieren sollten. Dazu nutzt es neben Aktien und Anleihen auch einen erweiterten Werkzeugkasten wie Relative-Value-Strategien und Derivate. Zusätzlich ist eine dynamische Absicherung möglich. Auch hiervon gibt es eine konservativere Variante, den Global Macro Fund (LU0917670407).

Welche einzelnen Fonds oder Fondsgruppen stehen außerdem im Fokus?

Schröm: Für Anleger ist es derzeit ein großes Thema, das Portfolio taktisch wetterfest für die späte Zyklusphase auszurichten. Deswegen bieten wir gezielt Portfoliobausteine hierfür an, beispielsweise Substanzaktien, Large-Cap-Strategien, marktneutrale oder Liquid-Alternative-Strategien oder kurzfristige Anleihe-Strategien im Cash-Nahen Bereich.

Außerdem hätte ich gerne einen antizyklischen Tipp.

Schröm: Wir sind für Substanzaktien (Value) wieder optimistisch: Die langfristige Underperformance von Value gegenüber Wachstumsaktien (Growth) ist erheblich und damit das Aufholpotenzial beträchtlich. Die Unterschiede in der Bewertung sind weiterhin sehr weit. Das war in der Vergangenheit immer ein gutes Signal für eine bessere Entwicklung von Value gegenüber Growth. Und last but not least angesichts der spätzyklischen Phase: Value-Aktien entwickeln sich normalerweise besser als Wachstumstitel, wenn es unmittelbar vor einem Abschwung einen deutlichen Anstieg der relativen Bewertung von Wachstumstiteln gab.

Wer auf europäische Substanzwerte setzen will, dem bietet der J.P. Morgan Europe Strategic Value (LU0210531983) gute Chancen. Und Substanzwerte aus den Vereinigten Staaten sind im J.P. Morgan US Value (LU1211166183 ) zu finden.

Das Thema Nachhaltigkeit, also ESG, hat ja nun schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel und wird immer wieder mal hervorgeholt. Was ist dieses Mal anders?

Schröm: In unserer Industrie ist das Thema Sustainability bereits seit Jahren eines der Schlagwörter, das positive Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der weitreichende Regulierungsvorschlag der EU zur Umsetzung des „Sustainable Finance Action Plan“ zeigt, dass das Thema zunehmend integriert wird. Es ist aber sicherlich ein kontinuierlicher Prozess. Aber man muss nicht unbedingt ESG auf alles schreiben, wo schon ESG berücksichtigt wird.