Fonds-Vertrieb 2019 „Im Fokus sehe ich Income und defensive Aktienfonds“

M&G-Mann Werner Kolitsch: „Der Ruf nach mehr Transparenz und Standardisierung wird lauter“ | © M&G

M&G-Mann Werner Kolitsch: „Der Ruf nach mehr Transparenz und Standardisierung wird lauter“ Foto: M&G

Welche Fondskategorien stehen bei Ihnen im kommenden Jahr vertrieblich vorn?

Werner Kolitsch: Wir wollen uns im nächsten Jahr – wenn wir uns auf die Kategorien von Morningstar beziehen – auf den Sektor „Cautious Allocation“, also defensive Mischfonds konzentrieren. Darunter fallen zum Beispiel anleihelastigere Produkte wie der M&G Optimal Income (ISIN: LU1670724373), der in dieser Kategorie geführt wird, ebenso wie unsere konservativ ausgerichteten Multi-Asset-Fonds. Im Fokus für 2019 sehe ich auch das Thema Income und defensiver ausgerichtete Aktienfonds sprich Dividendenstrategien.

Welche einzelnen Fonds oder Fondsgruppen stehen außerdem im Fokus?

Kolitsch: Wir sehen weiter großes Interesse an unseren Multi-Asset-Fonds, auch im kommenden Jahr. Diese Fonds erfüllen gleich mehrere Investorenwünsche, denn sie erzielen regelmäßige Erträge und lassen das Kapital anwachsen, während Volatilität und Drawdowns gleichzeitig gesteuert beziehungsweise reduziert werden. Deutlich wächst außerdem die Kundennachfrage nach Fonds, die verantwortungsbewusstes Investieren über die ESG-Kriterien oder Positive Impact ermöglichen.

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Außerdem hätte ich gerne einen antizyklischen Tipp.

Kolitsch: Kandidaten hierfür wären sicherlich Value-Aktien, die sich in den letzten Jahren fast durchweg schwächer entwickelt haben als Wachstumsunternehmen – oder solche, die vom Markt dafür gehalten werden. Das Problem bei diesen Prognosen ist allerdings das Timing. Anleger sollten nicht versuchen, den optimalen Einstiegszeitpunkt zu erwischen. Wir denken nicht, dass Value in naher Zukunft wieder ein großer Trend werden wird, aber es wird immer wieder Phasen deutlicher Kursschübe geben, in denen Anleger mit Value Überrenditen erzielen können, so wie zum Beispiel in diesem Sommer. Aus unserer Sicht geht es im aktuellen Marktumfeld darum, diejenigen Unternehmen zu finden, die nicht nur Momentum bieten, sondern auch ihre Kapitalbasis ausbauen können. Investments müssen sowohl aus Value- als auch aus Growth-Perspektive attraktiv sein.

Das Thema Nachhaltigkeit, also ESG, hat ja nun schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel und wird immer wieder mal hervorgeholt. Was ist dieses Mal anders?

Kolitsch: Aus meiner Sicht spricht viel dafür, dass verantwortungsbewusstes Investieren ein im wörtlichen Sinne nachhaltiger Trend ist. Erstens ist die Einbeziehung der ESG-Kriterien nachweislich sinnvoll, denn Unternehmen, die ihre ESG-Risiken managen, profitieren in der Regel von niedrigeren Kapitalkosten und besseren Wachstumsaussichten. Zweitens drängen Regulierungsbehörden und politische Entscheidungsträger nicht nur in Europa mit Nachdruck auf Transparenz bei der Einhaltung der ESG-Standards – sowohl für Unternehmen als auch für Investoren. Und drittens fordern unsere Kunden dies immer stärker. Sie erwarten, dass ESG-Themen in den Anlagestrategien ihrer Manager berücksichtigt werden und suchen gezielt nach Produkten, mit denen sie nicht nur ihre Renditeziele erreichen können, sondern auch Gutes für Umwelt und Gesellschaft bewirken können.

Welcher Ansatz für ESG ist Ihrer Meinung nach der beste? Wann gibt es endlich Standards?

Kolitsch: Grundsätzlich trägt es zur Wertsteigerung bei, wenn die ESG-Kriterien in die Investitionsanalyse und -entscheidung einbezogen werden. Außerdem nutzen wir unsere Stimme als Verwalter der Investitionen unserer Kunden – Stichwort Corporate Stewardship – um Verbesserungen der ESG-Standards bei den Unternehmen voranzutreiben.