Fondsanalyse von Lyxor für 2018 Jeder vierte aktive Fondsmanager schlägt die Benchmark

Jean-Baptiste Berthon, Anlagestratege bei Lyxor Asset Management | © Lyxor Asset Management

Jean-Baptiste Berthon, Anlagestratege bei Lyxor Asset Management Foto: Lyxor Asset Management

Für aktive Fondsmanager war 2018 das schwierigste Jahr seit der Finanzkrise 2008. Das geht aus einer Analyse von Lyxor Asset Management hervor. Demnach konnte im vergangenen Jahr nur etwa jeder vierte aktive Fonds (24 Prozent) eine höhere Performance als seine Benchmark erzielen. Zum Vergleich: 2017 gelang dies noch etwa der Hälfte (48 Prozent), im Zehnjahresdurchschnitt immerhin rund einem Drittel (32 Prozent), erläutert Lyxor in seiner inzwischen sechsten Ausgabe der jährlichen Untersuchung „Analysing active & passive fund performance“. 2018 sei geprägt gewesen von politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten, anlageklasseübergreifenden Kursrückgängen und Ungewissheiten über die Entwicklung der Zinssätze konnte, ruft Lyxor in Erinnerung.

Für die diesjährige Ausgabe hat das Lyxor-Research-Team seine Studie deutlich erweitert und erstmal auch alternative Ucits-Fonds untersucht. Insgesamt hat das Research-Team die Performance von rund 7.000 aktiv gemanagten Fonds mit Sitz in Europa analysiert – das entspricht 32 aktiven Anlageuniversen (28 traditionelle und vier alternative) und insgesamt 1,6 Billionen Euro an verwaltetem Vermögen.

Eine besonders schwache Wertentwicklung wiesen im vergangenen Jahr Fondsmanager aktiver Rentenfonds auf. Während 27 Prozent der aktiven Aktienfonds ihre Benchmarks übertrafen, lag diese Quote auf der Rentenseite bei gerade einmal 18 Prozent. „Die unterdurchschnittliche Wertentwicklung resultiert daher, dass die aktiven Rentenfondsmanager im Verhältnis zu ihren Benchmark-Indizes geringere Risiken in ihr Portfolio aufgenommen haben. Darüber hinaus haben sie die Umkehr des Kreditzyklus und die Entwicklung der Zinsspanne nicht hinreichend antizipiert, was ihre kollektive Leistung zusätzlich negativ beeinflusst hat“, erläutert Jean-Baptiste Berthon, Anlagestratege bei Lyxor Asset Management.

2018 ist nach Analysen von Lyxor auch für Ucits-konforme Long/Short-Equity-Hedgefonds ein schwaches Jahr gewesen. Aber anders als traditionelle, rein aktiv gemanagte „Long-Only“-Aktienfonds konnten alternative Fonds ihre Benchmarks insgesamt noch öfter übertreffen. Hedgefonds litten im vergangenen Jahr besonders unter dem Anstieg der Volatilität und dem Einbruch der Aktienmärkte, insbesondere im vierten Quartal. Über einen längeren Beobachtungszeitraum liefern sie nach Einschätzung von Lyxor jedoch überdurchschnittlich positive Resultate ab: Im Fünfjahresdurchschnitt schlug jeder zweite Hedgefonds (50 Prozent) seine Benchmark.

Zudem sei es 2018 für Anleger schwerer denn je gewesen, in einen der wenigen erfolgreichen aktiven Fonds zu investieren, erläutert Lyxor und erläutert, dass die insgesamt schwache Performance mit unterdurchschnittlichen Performance-Spreads einhergegangen sei. Anders ausgedrückt: Die Fondsmanager gingen im relativen Vergleich zueinander weniger Wetten ein als in der Vergangenheit und wiesen daher im Kollektiv eine Underperformance auf. „Der Markt hat 2018 auf Fundamentaldaten phasenweise unter- und überreagiert, was aktiven Fondsmanagern die Arbeit erheblich erschwert hat. Außerdem sank der Anteil der Gewinne aus Unternehmensspezifika nach Gewinnmeldungen auf einen historischen Tiefstand“, so Berthon.