Effizient wachsen und wettbewerbsfähig bleiben – auch in schwierigen Zeiten. Das ist das erklärte Ziel der Asset-Management-Boutiquen, die die Universal-Investment-Gruppe für eine Marktstudie befragt hat. Zentrales Ergebnis der Erhebung „Boutique Asset Management Survey 2025“: Um die aktuellen Herausforderungen zu meistern, setzen die Boutiquen auf Outsourcing und Expansion.

Demnach planen 52 Prozent der befragten Finanzunternehmen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Dänemark, Finnland, Großbritannien und den USA in den kommenden zwölf bis 24 Monaten, mindestens eine Geschäftsfunktion auszulagern. Am häufigsten genannt wurde dabei die Fondsadministration (68 Prozent), gefolgt von Fondsmarketing und -vertrieb (55 Prozent) und Unterstützung im Front- und Middle-Office (39 Prozent). Neben Kosteneinsparungen wollen die Unternehmen mit diesem Schritt flexibler werden und dafür sorgen, dass sie sich auf das Fondsmanagement konzentrieren können, heißt es in der Analyse.

Für die befragten Boutiquen, die zwischen 500 Millionen bis 20 Milliarden Euro verwalten, ist Outsourcing aber nichts Neues: Über alle Regionen hinweg nutzen bereits 82 Prozent der Befragten Drittanbieter – in Großbritannien und den USA sind es sogar 93 Prozent. Die Bereitschaft, externe Dienstleister in Anspruch zu nehmen, habe seit letztem Jahr deutlich zugenommen.

Fondsboutiquen wollen international wachsen

Ein weiterer Weg zu mehr Wachstum ist die Internationalisierung. Fast die Hälfte (49 Prozent) der Boutiquen wollen laut Studie in den kommenden zwölf bis 24 Monaten über Ländergrenzen hinweg expandieren. So planen 23 Prozent den Eintritt in neue Märkte, 28 Prozent wollen durch die Einführung neuer Produkte in bestehenden internationalen Märkten wachsen. Weitere 19 Prozent erwägen Fusionen und Übernahmen.

Zu den Top-Destinationen für internationale Expansion zählen das deutschsprachige Europa (48 Prozent), Asien-Pazifik (16 Prozent) und Großbritannien/Irland (14 Prozent). Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede: Manager in Mitteleuropa konzentrieren sich weitgehend auf deutschsprachige Märkte (69 Prozent), während US-amerikanische Boutiquen großes Interesse an den Märkten im Raum Asien-Pazifik zeigen (53 Prozent). Unternehmen mit Sitz in Großbritannien konzentrieren sich dagegen eher auf Wachstum im Inland und in angrenzenden Märkten.

Ein Auslöser dafür, dass sich Boutiquen international aufstellen wollen, ist die Politik von US-Präsident Donald Trump. So gaben in Großbritannien und den USA 37 Prozent der Manager als Grund die sich wandelnde, von den USA geprägte Handelspolitik an, insbesondere die Unsicherheit in Bezug auf Zölle.

Um Fonds außerhalb ihrer Heimatmärkte zu vertreiben, nutzen Fondsboutiquen überwiegend regulierte Strukturen. Unter den Befragten aus Großbritannien und Europa sind Ucits (88 Prozent) und AIFs (23 Prozent) die bevorzugten Strukturen. US-amerikanische Anbieter hingegen zeigen eine größere Präferenz für AIFs (60 Prozent), wobei 53 Prozent auch nicht regulierte Strukturen nutzen – etwas, das von britischen und europäischen Fondsmanagern kaum in Betracht gezogen wird.

Herausforderungen haben sich verschärft 

„Die Herausforderungen für Vermögensverwalter haben sich in den letzten zwölf Monaten verschärft“, ordnet Marcus Kuntz ein, bei der Universal-Investment-Gruppe für Vertrieb und Fondsdistribution zuständig. Als größte Hürde sehen die Befragten aus allen Regionen regulatorische Anforderungen (71 Prozent), gefolgt von zunehmendem Wettbewerb und Margendruck (41 Prozent) sowie dem Wunsch nach Differenzierung in einem umkämpften Markt (39 Prozent).

In Mitteleuropa, der Region mit den strengsten Vorschriften, nannten sogar 86 Prozent regulatorische Anforderungen als größtes Problem. Auf dem zweiten Platz folgt die steigende Nachfrage nach passiven Produkten (40 Prozent) – ein Trend, der zunehmend als Bedrohung für das Wertversprechen der traditionell von Boutiquen angebotenen aktiven Strategien angesehen wird.

Trotz aller Herausforderungen sieht Kuntz die Boutiquen mit der zweigleisigen Strategie gut aufgestellt: „In Zeiten zunehmender Unsicherheit mit ihren sich schnell verändernden Handelsbeziehungen können Boutiquen, die auf Outsourcing und Internationalisierung setzen, flexibel und wettbewerbsfähig bleiben und sich für langfristiges Wachstum positionieren.“