Aktualisiert am 29.01.2020 - 11:23 Uhr

25 Fondsexperten befragt So entwickelt sich der Goldpreis 2020

„Robuster freier Cashflow für Goldminenbetreiber“

„Robuster freier Cashflow für Goldminenbetreiber“ | © Franklin Templeton
Peter Gorynski, Leiter Flächenvertrieb bei Franklin Templeton | Foto: Franklin Templeton

„Wir haben vier Katalysatoren für den Goldpreisanstieg in der zweiten Jahreshälfte von 2019 ausgemacht:

Katalysator 1: Zunehmende Erwartungen auf eine Lockerung der Geldpolitik

Zentralbanken weltweit vollziehen auch weiterhin geldpolitische Lockerungen. Das schien in 2019 für die vermehrten Käufe der Anleger und den Preisanstieg bei Gold entscheidend zu sein. Niedrigere Zinssätze bedeuten weniger Opportunitätskosten für den Besitz von Gold, denn das Metall wirft keine Erträge ab und ist häufig mit Lager- und Versicherungskosten verbunden.

Katalysator 2: Geopolitische Spannungen

Ein weiterer Grund, warum die Anleger in großer Zahl in Gold strömen, ist die mögliche Absicherung gegen die zunehmende geopolitische Unsicherheit. Gold ist nicht an ein bestimmtes Land oder Wirtschaftssystem gebunden. Dies macht es derzeit besonders attraktiv.

Katalysator 3: Sorgen um das weltweite Wirtschaftswachstum

Seit der breite Aktienmarkt Mitte 2011 seinen kontinuierlichen Höhenflug begann, standen Gold und Goldminenbetreiber nicht mehr in der Gunst der Anleger. Aus unserer Sicht könnte ein ungewisserer Konjunkturausblick die Aufmerksamkeit wieder auf diesen Sektor lenken. Höhere Goldpreise schaffen in einer Zeit, in der andere Unternehmen unter Umständen die negativen Auswirkungen eines langsamen Wachstums zu verkraften haben, ein besseres Umfeld für Goldminenbetreiber.

Katalysator 4: Goldkäufe der Zentralbanken

In den vergangenen Jahren traten die Zentralbanken immer stärker als Käufer von Gold in Erscheinung.

Aus unserer Sicht bietet der höhere Goldpreis den Goldminenbetreibern die Gelegenheit zu zeigen, wie viel Liquidität sie unter leicht besseren Bedingungen an den Goldmärkten erwirtschaften können. Die Betriebskosten im Bergbau sind in der Regel ziemlich fest, insbesondere in einem Umfeld mit niedriger Inflation, wie wir es derzeit vorfinden. Falls die Goldpreise also für den Rest des Jahres über 1.400 US-Dollar pro Unze bleiben, dürften die Ergebnismeldungen der Goldminenbetreiber für 2019 einen robusten freien Cashflow ausweisen.

Falls der Goldpreis schwächelt, sollten die meisten Goldminenbetreiber ihr Augenmerk allerdings weiterhin auf eine verbesserte Kostenstruktur ihres Betriebs, auf Schuldentilgung und eine Rationalisierung der Unternehmensteile legen. Diese Rationalisierungsbemühungen dürften unserer Einschätzung nach zu einem höheren künftigen Leistungspotenzial führen. Unserer Analyse zufolge konzentrieren sich die Unternehmensleitungen zunehmend darauf, die Gewinnspanne aus den höheren Goldpreisen in freien Cashflow umzuwandeln und diesen in potenziell höherrentierlichen Projekten wiederanzulegen oder über Dividenden an die Aktionäre zurückzugeben.“

Sichere Staatsanleihen bringen keine Zinsen mehr, Aktienmärkte schwanken: Wird Gold als sicherer Hafen weiter an Bedeutung gewinnen? Wie wird sich der Goldpreis und wie werden sich die Minenaktien 2020 entwickeln? DAS INVESTMENT befragte dazu 25 Fondsexperten - hier die Antworten.

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