Fondsgebundene Rentenversicherung Versicherungskäse 2019 kommt aus Liechtenstein

Schloss Vaduz Liechtenstein: Ein Produkt der Liechtenstein Life Assurance steht im Fokus der Kritik des Bundes der Versicherten. | © gubran / <a href='http://www.pixelio.de/' target='_blank'>pixelio.de</a>

Schloss Vaduz Liechtenstein: Ein Produkt der Liechtenstein Life Assurance steht im Fokus der Kritik des Bundes der Versicherten. Foto: gubran / pixelio.de

Die fondsgebundene Rentenversicherung Prosperity - Wohlstandsvorsorge ist für den Bund der Versicherten (BdV) der „Versicherungskäse des Jahres”. Das hat der Verein heute auf seiner 29. Wissenschaftstagung in Berlin bekannt gegeben. Das per App vertriebene Produkt der Liechtenstein Life Assurance ist demnach besonders intransparent. „Außer wohlklingenden und verlockenden Werbeaussagen“ seien auf der Prosperity-Website „keinerlei konkrete Produktinformationen zu finden“.

Die Online-Werbung, das Produkt sei „Altersvorsorge ohne Kostenwirrwar“ stimme nicht und einige Angaben seien irreführend. Dazu zählt die Behauptung, es gäbe keine verdeckten Kosten. Doch es fallen neben den Verwaltungskosten für die Police auch noch Versicherungskosten für den Todesfallschutz an. Hinzu kommen die fondsinternen Verwaltungskosten. Und Kunden können nicht jederzeit kostenlos aus dem Vertrag aussteigen. Auch der Todesfallschutz der Police werde „nebulös“ dargestellt.

„Daten-Striptease der Kunden“

Zweiter Kritikpunkt der Verbraucherschutzorganisation: „Verbraucher, die mehr wissen wollen, müssen einen kompletten Daten-Striptease hinlegen, allein um an vorvertragliche Informationen zu kommen“, begründet die fünfköpfige Jury ihr diesjähriges Urteil. Anzugeben seien von den Online-Kunden demnach nämlich auch hochsensible Daten wie die steuerliche Identifikationsnummer und die Ausweisnummer. „Das ist datenschutztechnisch eine Katastrophe.“

Die Jury besteht aus Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg und deren ehemaligen Versicherungsexpertin Edda Castelló sowie Lars Gatschke vom Verbraucherzentrale Bundesverband, der Finanzjournalistin Barbara Sternberger-Frey und Dirk Ulbricht, Direktor und Senior Researcher am Institut für Finanzdienstleistungen (IFF). Letzterer rückte für Versicherungsberater Peter Schütt nach, der die Jury laut BdV auf eigenem Wunsch verlassen hat.

Anbieter geht auf Kritiker zu

Eine Sprecherin der für das Produkt verantwortliche Liechtenstein Life Assurance erklärte in einem Statement gegenüber DAS INVESTMENT, die BdV-Kritik „mit Bedauern vernommen“ zu haben. „Besonders die Vorwürfe von Intransparenz, Daten-Striptease und Kostenwirrwarr machen uns betroffen.“ Größter Anspruch der Liechtensteiner sei es, „mit unserer digitalen fondsbasierten Rentenversicherung die Wohlstandsplanung unserer Nutzer leichter und unkomplizierter zu machen.“

„Wenn wir diese Punkte innerhalb unseres Produkts noch nicht klar genug abgebildet haben, dann werden wir alles daran setzen, um das zu ändern“, heißt es von der Unternehmenssprecherin weiter. „Wir glauben an eine moderne Altersvorsorge und daran, dass unnötiges Vertragswirrwarr heute nicht mehr zeitgemäß ist. Wir stehen jederzeit gern zum Dialog bereit, um Verbesserungsvorschläge gemeinsam zu besprechen und entsprechend umzusetzen.“