Aktualisiert am 29.11.2010 - 14:34 UhrLesedauer: 5 Minuten

Fondsgebundene Versicherungen: „Garantien finde ich überflüssig“

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Ras: Ja, dann ließen sich mehr Kunden für eine reine Fondspolice gewinnen. Aber man sollte sowieso nicht alles auf eine Karte setzen. Ich würde niemandem empfehlen, das Geld, das er für seine Altersvorsorge übrig hat, komplett in eine Fondspolice zu stecken. Einen Teil in die Fondspolice, einen Teil in eine konventionelle Police, beides laufen lassen und einmal im Jahr reinschauen und gegebenenfalls anpassen. Das reicht völlig.

DAS INVESTMENT.com: Konventionelle Policen bieten auch eine Garantie. Und die ist doch überflüssig? 

Ras: Ich halte nichts von diesen hochkomplexen Garantiemodellen. Eine Erkenntnis der Finanzkrise sollte doch sein: Hände weg von Sachen, die du nicht verstehst. Das gilt sowohl für die Kunden als auch für die Berater. Ich wage mir nicht vorzustellen, wie viele Berater so ein Hybridprodukt selbst nicht verstanden haben, es aber dennoch verkaufen. Da bin ich dann eher für die konventionellen, klassischen Deckungsstock-Policen, bei denen der Kunde darauf bauen kann, heute, in zwei Jahren, in fünf und in zehn den staatlich festgelegten Garantiezins zu bekommen plus noch etwas oben drauf.

DAS INVESTMENT.com: Auch innerhalb einer Fondspolice lässt sich das Risiko durch die Fondsauswahl einigermaßen streuen. Ihr Fondsangebot ist mit einem internationalen und einem europäischen Indexfonds, einem Anleihen- und einem Geldmarktfonds dafür aber sehr dünn bestückt.

Ras: Wieso, was fehlt denn?

DAS INVESTMENT.com: Gold vielleicht, Immobilien.

Ras: Nein, das würden wir nicht machen. Wir beziehen da konkret Stellung und sagen: Aktien und Anleihen, das können wir und das reicht für eine langfristige Altersvorsorge.

DAS INVESTMENT.com: Wann kann man denn etwas? Ras: Es sollte ein systematischer Ansatz zu erkennen sein. Einfach nur ein paar Immobilien- oder Rohstofffonds in einen riesigen Fondskorb zu packen reicht nicht. Man muss eine Überzeugung haben, warum sich beispielsweise Immobilien für die Altersvorsorge eignen und diese dann auch konsequent gegenüber Kunden und Vermittlern vertreten. Riesige Fondskörbe, in die man möglichst viel reinfeuert – Fonds ohne Garantien, mit Garantien, gemanagte Varianten, Dachfonds, vielleicht sogar gehebelte Produkte – und dann wird schon etwas für den Kunden dabei sein, das halte ich für profillos.

DAS INVESTMENT.com: Wie sind Sie mit Ihrer Strategie durch die Krise gekommen?

Ras: 2008 ging noch, 2009 war betrüblich.

DAS INVESTMENT.com: Und die Prognose für 2010?

Ras: Es gibt erste Hoffnungszeichen, dass die Panik abklingt. Das mache ich daran fest, dass unsere Bestandskunden wieder zuzahlen. Da sieht also wieder jemand eine Chance am Aktienmarkt. Im Augenblick aber jemanden zu begeistern, der gestern noch keine Fondspolice hatte, bleibt sicherlich schwer. Aber bei unserem zyklischen Geschäft wird es auch wieder einen Trend nach oben geben, auf den die Leute dann wieder aufspringen. Den hat es immer gegeben.
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