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Fondskonzept-Vorstand Martin Eberhard „Der Vermittlermarkt wird sich deutlich ausdünnen“

"Vermittler mit drei Poolanbindungen und 14 Direktvereinbarungen werden es zukünftig schwer haben, sagt Martin Eberhard von Fondskonzept.
"Vermittler mit drei Poolanbindungen und 14 Direktvereinbarungen werden es zukünftig schwer haben, sagt Martin Eberhard von Fondskonzept. | Foto: Fondskonzept

DAS INVESTMENT: Ein neuer Entwurf für die Finanzanlagenvermittlungsverordnung liegt vor, außerdem sollen 34f- und 34h-Vermittler unter Bafin-Aufsicht kommen. Höchste Zeit für viele Makler, aktiv zu werden – oder schon zu spät?

Martin Eberhard: Die Umsetzung der FinVermV ist für uns nicht wirklich eine Überraschung. Auch mit der Aufsicht der Bafin war zu rechnen, nachdem dieser Punkt bereits im Koalitionsvertrag stand. Für viele Marktteilnehmer wird es sicher eine Herausforderung sein – genauso wie die Digitalisierung, die Umsetzung der DSGVO oder auch die Nachfrage nach ETFs und dadurch veränderte Preismodelle. Das birgt viele Chancen. Für manchen sind das aber auch unüberwindbare Hürden.

Ist das der Wendepunkt, an dem viele Teilnehmer den Markt verlassen werden?

Eberhard: Der Markt sortiert sich derzeit neu. Vermutlich wird es in den nächsten zwei bis drei Jahren einen Umbruch in der Branche geben. Wir gehen von einer deutlichen Ausdünnung des Vermittlermarktes aus.

Welche Betriebe haben Ihrer Meinung nach schlechte Karten?

Eberhard: Schon heute können die wenigsten Vermittler ausschließlich von der Finanzanlagenvermittlung leben. Viele Berater sind in der Allfinanz tätig, und für diese ist das Anlagegeschäft nur Beiwerk. Sicher ist, dass es ein Einzelkämpfer mit bis dato drei Poolanbindungen, 14 Direktvereinbarungen und fünf Geschäftsfeldern künftig schwer haben wird, die aktuellen Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

Welche Maßnahmen trifft man bei Fondskonzept jetzt?

Eberhard: Die Aufgaben zur FinVermV haben wir schon nahezu komplett intern erfüllt. Nun ist es an den einzelnen Vermittlern, unsere Dienstleistung zu adaptieren. Taping zum Beispiel funktioniert nur, wenn der Partner auch bereit ist, in die nötige Technik zu investieren. Datenschutz kann nur eingehalten werden, wenn der Partner seine eigene Finance-Cloud und Finance-App nutzt. Und die Prüfung der Geeignetheit von Produkten bedingt ein vollständiges Anlegerprofil bei jeder Geschäftsverbindung.

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