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Fondsmanager Guido Barthels: „Ich bin ein wirklich großer Fan des Euro, aber er ist ökonomisch nicht sonderlich sinnvoll.“ | © TBF

Fondsmanager Guido Barthels im Interview

„Glauben Sie mir, auch die EZB hat Grenzen“

DAS INVESTMENT: In einer Pressemitteilung heißt es vollmundig: Guido Barthels startet durch. Was starten Sie denn durch?

Guido Barthels: Es dreht sich darum, dass ich jetzt einen Fonds betreuen darf, der tatsächlich die Bedürfnisse der Anleger erfüllen kann.

Durften Sie das bei Ihrem früheren Arbeitgeber Ethenea nicht?

Barthels: Mischfonds-Produkte der herkömmlichen Art funktionieren meines Erachtens im Zeitalter von negativen Renditen nicht mehr. Man sollte den Leuten jetzt etwas Neues bieten. Und für mich war das gleichzeitig mit einem Arbeitgeberwechsel verbunden, der mir die Möglichkeit bot, näher an meiner Heimat zu arbeiten.

Was soll das Neue denn sein, was Sie bieten wollen?

Barthels: In Zeiten solcher hyperniedrigen Zinsen werden normale, kleine Sparer regelrecht enteignet. Auch die Vorsorgesysteme funktionieren kaum noch. Die Menschen brauchen also eine Möglichkeit irgendwie Rücklagen fürs Alter zu schaffen. Eine Möglichkeit, die auch nach Inflation einen zumindest kleinen Ertrag abwirft.

Die da wäre?

Barthels: Die Mischung muss stimmen. Ein großer Baustein im TBF Balanced sind Substanzwerte, was zugleich eine Spezialdisziplin von TBF ist. Damit meine ich vor allem Aktien. Aktien sind Realwerte, die auch bei Inflation gut funktionieren.

Wenn sie denn die steigenden Preise ihren Kunden aufdrücken können.

Barthels: Darin liegt ja gerade die Kunst. Sie müssen die Aktien finden, die das können. Überhaupt finde ich es angesichts eines nahenden Abschwungs keine gute Idee mehr, einfach ungesichert den Aktienmarkt zu kaufen. Wir wollen das vermeiden, indem wir immer den Markt überwachen, ob er heißgelaufen ist. Und wenn wir das erkennen, sichern wir den Aktienteil teilweise oder sogar vollständig ab.

Über Futures oder über Stopp-Kurse?

Barthels: Über Index-Futures. Dann können wir trotzdem noch auf der Aktienseite weiter gewinnen, wenn unsere Aktien besser abschneiden als der allgemeine Markt.

Wenn sie schlechter laufen, machen Sie sogar dann ein Minus, wenn der Markt steigt.

Barthels: Das kann natürlich passieren. Deshalb müssen wir die Aktien wirklich gut auswählen. Ich bin überzeugt, dass wir das hinbekommen.

Konnten Sie den Ethna-Defensiv damals nicht nach Ihren Wünschen umbauen?

Barthels: Ich denke wir sollten hier weniger über die Vergangenheit sprechen, sondern nach vorne schauen. Ich glaube es ist sicherlich weitestgehend unumstritten, dass derzeit ein ausgewogener Fonds mehr als 25 Prozent Aktien braucht. Wir haben uns beim TBF Balanced eine Aktienquote zwischen 40 und 60 Prozent ausgewählt.

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