Nico Baumbach, Portfoliomanager der Edelmetallfonds Hansagold und Hansawerte.

Nico Baumbach, Portfoliomanager der Edelmetallfonds Hansagold und Hansawerte.

Fondsmanager im Interview

„Edelmetalle als Assetklasse zu vernachlässigen, wäre ein Fehler“

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DAS INVESTMENT.com: Herr Baumbach, Gold oder Silber? Welches der beiden Edelmetalle sollen Anleger lieber kaufen und warum?

Nico Baumbach: Gold und Silber sind ein Wertaufbewahrungsmittel. Nicht umsonst sind in vielen Ländern Goldmünzen und auch Silbermünzen gesetzliches Zahlungsmittel. Silber wird darüber hinaus aber noch stärker industriell genutzt als Gold. Daher bietet Silber nicht so viel „Schutz“ in einem Portfolio wie Gold, da es die Bewegungen der von industrieller Nachfrage geprägten Rohstoffmärkte teilweise nachvollzieht.

Darüber hinaus schwankt der Silberpreis ungefähr doppelt so stark wie der Goldpreis. Diese Volatilität halten die meisten Anleger nicht aus. Wir empfehlen daher einen Mix mit einem großen Goldanteil und einer kleineren Silberbeimischung.

Was wäre der ideale Gold- und Silber-Anteil im Portfolio?

Baumbach: Für die meisten Portfolien liegt der empfehlenswerte Anteil an Edelmetallen zwischen fünf und zehn Prozent. Aus Diversifikationsgründen macht ein hoher Goldanteil innerhalb der Edelmetallbeimischung Sinn. Die optimale Beimischungsquote ist abhängig von der gewünschten Risikopositionierung des Anlegers: In einem Portfolio mit größerem Aktienanteil ist eine höhere Beimischung an Edelmetallen zu empfehlen, während in sehr konservativen Portfolien die Beimischung kleiner gewählt werden sollte.

Was sind die Treiber der Entwicklung des Silberpreises? Was befördert den Kursanstieg, was kann zu Kursrückschlägen führen?

Baumbach: Silber sollte bei einem breit angelegten Aufschwung der Rohstoffindustrie, allen voran die Basismetalle, profitieren. Ebenso ist die Bewertung von Silber derzeit als attraktiv im Verhältnis zu Gold anzusehen. Sollte Gold weiter steigen, dann könnte Silber überproportional partizipieren.

Ein Negativszenario wäre ein weltweiter Konjunktureinbruch in Kombination mit steigenden Zinsen. In diesem Falle würde allerdings eine rückläufige Produktion zu erwarten sein, was den Fall des Silberpreises dämpfen sollte.

Wo sehen Sie den Silberpreis in zwölf Monaten? Und in fünf Jahren?

Baumbach: Wir treffen grundsätzlich keine Kursprognosen. In Anbetracht der niedrigen weltweiten Realzinsen sowie der expansiven Geldpolitik der meisten Zentralbanken bleiben Gold und Silber gefragt. Da uns dieses Umfeld vermutlich noch lange erhalten bleibt und darüber hinaus auch zahlreiche andere Unsicherheiten die Welt beschäftigen, sollten Edelmetalle, insbesondere Gold und Silber, auch in den nächsten Jahren gefragt bleiben. Eine Vernachlässigung dieser Assetklasse wäre ein Fehler. Auch scheint der „Belastungsfaktor“ US-Dollar bereits einen großen Teil seiner Aufwertung hinter sich zu haben.

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