Fondsmanager Marc-Alexander Knieß „Wir investieren bewusst nicht in Tesla“

Elon Musk: Der Tesla-Chef posiert vor einem Tesla Model X Crossover SUV für die Kameras. | © Getty Images

Elon Musk: Der Tesla-Chef posiert vor einem Tesla Model X Crossover SUV für die Kameras. Foto: Getty Images

Wenn am Freitag eine aktuell von der Tesla Incorporated begebene Wandelanleihe mit 0,25-Prozent-Kupon fällig wird, schauen viele Investoren am weltweiten Markt für die so genannten Convertible Bonds auf das spektakuläre Technologieunternehmen aus Kalifornien. Bewusst nicht mit seinem Fonds investiert ist dagegen Marc-Alexander Knieß. Er managt gemeinsam mit Stefan Schauer und Manuel Zell den Lupus alpha Global Convertible Bonds (ISIN: LU1717012527).

Das Indexschwergewicht seiner globalen Benchmark betreibe zwar ein eigentlich sehr spannendes Geschäft. Und der kalifornische Elektroautopionier erfülle mit der Rating-Note B- zudem auch gerade noch seine Mindestanforderung. „Aber insbesondere als Bond-Investor haben wir über die erneuten Twitter-Eskapaden von Elon Musk und das Thema Corporate Governance hinaus Sorgen, was die Entwicklung der Bilanz und die Rückzahlung kommender Verbindlichkeiten betrifft.“

Streit um Tweets

Marc-Alexander Knieß, Lupus alpha

Gegen den Tesla-Chef geht die Aufsichtsbehörde SEC derzeit wegen „Missachtung des Gerichts“ vor, berichtet die Nachrichtenagentur DPA über einen Antrag beim zuständigen Gericht in Manhattan. Denn Musk hatte in der vergangenen Woche bei Twitter Angaben zu Teslas möglicher Jahresproduktion 2019 gemacht. Die Ankündigung, dass „Tesla rund 500.000 Autos im Jahr 2019 baut“, relativierte er später wieder.

Das Problem daran: Musk war im vergangenen Jahr nach missverständlichen Tweets von der SEC verklagt worden. Um einer Absetzung zu entgehen, einigte sich Tech-Milliardär auf einen Vergleich. Dieser Kompromiss verbietet ihm, marktbewegende Nachrichten eigenmächtig über seine Social-Media-Kanäle zu verbreiten. Musk muss sich seitdem alle Tweets und andere Nachrichten vom Unternehmen genehmigen lassen, wenn diese einen Einfluss auf den Aktienkurs haben könnten.

Langwieriger Konflikt

Ursache für Musks Ärger mit der Behörde war ein Tweet im August. Damals hatte der Tesla-Chef getwittert, sein Unternehmen zum Aktienkurs von 420 US-Dollar von der Börse nehmen zu wollen. Die Finanzierung dieses Vorhabens sei „gesichert“, so Musk, der den Kurs der Tesla-Aktie damit zunächst kräftig anschob. Doch die Behauptung entpuppte sich später laut SEC als haltlos. Daraufhin folgte eine Klage der Aufsicht wegen Marktmanipulation.