Fondsmanager über die Japan-Katastrophe: „Eine der größten Fehlbewertungen in der Geschichte der Aktienmärkte“

Seite 2 / 2



Während der M&G-Manager Cashman darauf hinweist, dass japanische Unternehmen am Jahresende 2010 lediglich 8,6 Prozent im MSCI AC World Index ausmachten, rechnet Mueller mit massiven Kurseinbußen sowohl auf anderen asiatischen, als auch auf den europäischen und amerikanischen Märkten. „Sollte es dazu kommen, dass die freigesetzte Strahlung Tokio erreicht, werden die Konsequenzen für die globalen Märkte kurzfristig verheerend sein. Das restliche Asien, Europa und die USA werden sich von Kursverlusten nicht abkoppeln können.“

Auch Kurt Kotzegger, Investment-Chef Aktien und Asset Allocation bei Raiffeisen Capital Management, geht davon aus, dass die Auswirkungen der aktuellen Katastrophe aufgrund der großen weltwirtschaftlichen Bedeutung Japans global zu spüren sein werden. Ausverkauf von Goldaktien

Joachim Berlenbach, Gründer und Inhaber der Earth Resource Investment Group und Berater des Earth Exploration Fund UI, rechnet zudem mit einem massiven Ausverkauf bei den Goldaktien, da Anleger „wahrscheinlich nicht zwischen den fundamentalen Faktoren der einzelnen Rohstoffklassen unterscheiden“ werden.

„Kurzfristig erwarten wir durch die Mega-Katastrophe ein Aussetzen der japanischen Rohstoffnachfrage“, so Berlenbach weiter. „Doch schon in der zweiten Jahreshälfte und erst recht auf lange Sicht dürfte es durch den Wiederaufbau der Infrastruktur zu einer Zunahme der Rohstoffnachfrage aus Japan kommen.“ Dies bedeute längerfristig einen steigenden Bedarf an Eisenerz für Stahl, Kupfer und Öl.

Eine menschliche Seite zeigte in seinem Kommentar Christian Takushi, Japan-Fonds-Manager von Swisscanto. „Wir sind erleichtert, dass unsere Geschäftspartner in Japan glücklicherweise nicht direkt von dieser Katastrophe betroffen sind und weder Personen- noch Sachschäden verzeichneten“, erklärte er gegenüber DAS INVESTMENT.com.

Mehr zum Thema
Bilderstrecke: Was Naturkatastrophen kosten Japan-Katastrophe: Was Finanz-Experten sagen Japanische Atomkraftwerke nicht gegen Erdbeben und Tsunamis versichert