Nota Zagari

Nota Zagari

Fondsmanagerin Nota Zagari erwartet Aktien-Boom in Athen

„Das Aufholpotenzial der griechischen Börse ist immens“

//
DER FONDS: Warum sollte man jetzt in griechische Aktien investieren?

Nota Zagari: Der Hauptgrund ist sicher die niedrige Bewertung im weltweiten Vergleich zu anderen Börsen, die vielfach auf historischen Höchstständen notieren. Das Aufholpotenzial der griechischen Börse, die im Zuge der Eurokrise in der Spitze bis zu 90 Prozent verloren hat, ist immens. Die Anleihe-Käufe der EZB werden die Renditen von europäischen Staatsanleihen aller Voraussicht nach weiter drücken. Die Renditen griechischer Staatsanleihen könnten in der Folge durchaus von aktuell 10 Prozent auf nur noch 4 Prozent sinken. Dadurch würden griechische Aktien als Anlagealternative noch attraktiver.

Die Risiken sind beherrschbar?

Ich denke schon – auch wenn sich angesichts der andauernden politischen Auseinandersetzungen unmöglich vorhersagen lässt, ob der Tiefpunkt schon erreicht ist. Trotzdem sollten das aktuelle relative Risiko und die vermutlich höheren Schwankungen am Ende belohnt werden.

Seit Auflegung im April 2014 hat Ihr Fonds über 30 Prozent verloren. Was könnte die Wende bringen?

Zahlreiche wirtschaftliche Faktoren und damit die Wettbewerbsfähigkeit haben sich in Griechenland mittlerweile deutlich verbessert. Neben der Binnennachfrage sorgt auch der Export vielfach für sehr gute Unternehmensergebnisse. Die Arbeitslosigkeit liegt zwar noch deutlich über dem europäischen Durchschnitt, hat sich aber bereits spürbar verringert. Wenn sich in den kommenden Monaten die politische Lage weiter stabilisieren sollte, die Wahrscheinlichkeit für nachhaltige Reformen und Lösungen in der griechischen Schuldenfrage steigt und das Vertrauen der ausländischen Investoren zurückkehrt, dürfte der Turnaround nicht mehr weit sein.

Wie würde sich ein Grexit auf den Aktienmarkt auswirken?


Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass es keinen Austritt Griechenlands aus der Eurozone geben wird. Unser Eindruck ist, dass es in der griechischen Bevölkerung keine Mehrheit dafür gibt. Auch haben weder offizielle Stellen der EU noch die neue griechische Regierung diesbezüglichen Äußerungen getroffen. Und wenn es tatsächlich so weit kommen sollte, sehen wir für den griechischen Aktienmarkt nicht schwarz. Im Gegenteil: Über 50 Prozent der Titel im Fonds haben eine internationale Ausrichtung. Ihr Wert wird stark von den Auslandsaktivitäten bestimmt, was sich im Falle eines Grexits positiv in ihrer mittelfristigen Börsenbewertung widerspiegeln wird.

Sie halten rund 14 Prozent Cash. Warten Sie auf bessere Anlagechancen?


Die Cash-Quote ist Bestandteil unserer defensiven Ausrichtung, solange es noch Unsicherheit über die weitere politische Entwicklung gibt. Sie wirkt sich im derzeit sehr volatilen Börsenumfeld positiv auf die Fondsperformance aus und ist wie ein Puffer.

Der Hellas Opportunities Fonds ist mit 3,2 Millionen Euro Volumen noch sehr klein. Ist viel spekulatives Geld dabei?

Wir haben zu 80 Prozent Investoren, die von Beginn an investiert waren und somit auch die anfänglichen Verluste mitgetragen haben. Wir machen gegenüber allen unseren Investoren deutlich, dass sie mit höherer Volatilität zu rechnen haben. Daher eignet sich die aktuelle Lage insbesondere für regelmäßige Investitionen sowie den Aufbau von langfristigen Positionen.

Wie lange halten Sie den Fonds offen, wenn das Volumen nicht bald wächst?

Wir sehen das mittel- und langfristige Potenzial von griechischen Aktien. Auch wenn das Timing der Fondsauflage aus heutiger Sicht nicht optimal gewesen ist, halten wir an ihm fest. Darüber hinaus sind wir durch die Gespräche mit Investoren – sowohl institutionellen als auch privaten – überzeugt, dass wir das Fondsvolumen in den kommenden Monaten steigern können.

Verpassen Sie keinen Beitrag aus unserem wöchentlichen Online-Magazin DER FONDS und melden Sie sich hier kostenlos per E-Mail an.

Mehr zum Thema
EZB und GriechenlandEZB lehnt SSM-Vorschlag zu griechischen Banken ab EU-GipfelGriechen sollen schnell Geld bekommen