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Elefantenfamilie in Afrika: Investments auf dem Kontinent gelten bei vielen Anlegern als exotisch.  | © imago images / blickwinkel Foto: imago images / blickwinkel

Fondsperle Bellevue African Opportunities

Außenseiter im Portfolio

Ohne Reformen geht in Afrika wirtschaftlich nichts voran, ist Malek Bou-Diab überzeugt. Der Fondsmanager des Bellevue African Opportunities (ISIN: LU0433847240) glaubt an das Potenzial des Kontinents, vorausgesetzt, dessen Staatspräsidenten schaffen ein wirtschaftsfreundliches Klima.

Besonders interessant ist für Bou-Diab Ägypten, das er mit 40,3 Prozent gewichtet. Seine größte Position ist mit 5,4 Prozent Portfolioanteil die Commercial International Bank, ein ägyptisches Privatinstitut mit Sitz in Kairo. „Nur 8 Prozent der Ägypter haben ein Bankkonto, das ist ausbaufähig“, sagt Bou-Diab.

Fondsmanager Malek Bou-Diab
Foto: Gonzalo Garcia

Neben Bankaktien sind auch Titel aus der Gesundheitsbranche wichtiger Bestandteil des Fonds. „Healthcare ist in Ägypten eine echte Goldgrube“, schwärmt Fondsmanager Bou-Diab. Der Wirtschaftszweig sei dort zwar längst nicht so gut aufgestellt wie in Europa, im afrikanischen Vergleich sei er aber führend. Viele Afrikaner reisten für Behandlungen und Kuren nach Ägypten.

Der Staat hat sich in den vergangenen Jahren aus Investorensicht erfreulich entwickelt. Das führt Bou-Diab darauf zurück, dass die ägyptische Zentralbank 2016 das heimische Pfund vom US-Dollar abgekoppelt hat und dadurch die Produktion im eigenen Land förderte. „Ägypten wurde insgesamt unabhängiger von Importen und ist ins Blickfeld internationaler Investoren gerückt“, erklärt Bou-Diab. Außerdem hätten die niedrigen Preise Touristen angelockt.

Neben Ägypten spielt auch Marokko in Bou-Diabs Länderstrategie eine zentrale Rolle. Beim Finanzdienstleister Attijariwafa aus Casablanca ist er mit 3,8 Prozent investiert. „Marokko setzt wie Ägypten langsam aber sicher seine Steuergesetze durch. Die Digitalisierung der Steuerunterlagen erhöht die Einnahmen merklich und zwingt Unternehmen zur Disziplin“, sagt der Fondsmanager.

Der jüngste Börsenabsturz ist auch an Bou-Diabs Fonds nicht spurlos vorbeigezogen. Auf Sicht von zehn Jahren liegt der Bellevue African Opportunities ein knappes Prozent im Minus. Damit schneidet er aber erheblich besser als vergleichbare afrikanische Aktienfonds im Schnitt ab, die knapp 20 Prozent im Minus leigen (Stand 12.3.2020). Die Volatilität des Fonds lag in den vergangenen fünf Jahren bei 13 Prozent.

„Anleger sollten einen Teil des Kapitals, das sie für Schwellenländer vorsehen, zwecks Risikostreuung in Afrika investieren“, empfiehlt Bou-Diab und fügt hinzu: „Das Investment ist eine Art Option auf erfolgreiche Reformen in Ländern, die die Lücke zu großen Schwellenländern schließen.“

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