Bernd Vorbeck, Sprecher der Geschäftsführung von Universal-Investment

Bernd Vorbeck, Sprecher der Geschäftsführung von Universal-Investment

Fondsplattform von Universal-Investment

„Am Ende entscheidet der Service“

DAS INVESTMENT.com: Welche Trends sehen Sie bei den Fondsauflagen?

Vorbeck:
Bei der Asset-Allokation werden, getrieben von der großen Unsicherheit an den Märkten, derzeit klassische vermögensverwaltende Fonds, die alle Assetklassen nutzen, stark nachgefragt. Des Weiteren setzen Spezialisten aus dem In- und Ausland vermehrt hoch spezialisierte Anlagekonzepte um, die teils derivategetrieben sind, teils auf Behavioral-Finance-Ansätzen beruhen.

DAS INVESTMENT.com:
Welche Rolle spielt die Unabhängigkeit für Ihr umfangreiches Angebot?

Vorbeck:
Unsere Kunden wissen, dass wir eine offene Plattform und bei der Auswahl der Partner nicht von Konzerninteressen abhängig sind. Da wir als neutraler Serviceanbieter bewusst auf ein eigenes aktives Asset Management und eine Inhouse-Philosophie verzichten, werden uns teils hochspezifische Konzepte anvertraut. Im Vertrieb etwa müssen wir nicht zwischen hauseigenen und Drittprodukten unterscheiden, denn ohne Drittpartner legen wir keine Fonds auf.

DAS INVESTMENT.com:
Wie verändert die zunehmende Regulierung die Anforderungen an Service-Plattformen?

Vorbeck:
Das Regulierungsniveau verändert sich umfassend durch eine Vielzahl von Initiativen wie das KAGB oder die EMIR-Regulierung zu den OTC-Derivaten. Das Produkt Fonds und damit einhergehend die Haftungsansprüche werden immer höher reguliert, die Anforderungen an Transparenz und Risikomanagement sind auf einem Rekordniveau.

Auch Vermögensverwalter werden selbst viel stärker reguliert und suchen sich deswegen immer häufiger eine Plattform, die einen Großteil der Anforderungen abdeckt. Auf der anderen Seite greift die Regulierung stark in das Verhältnis zwischen Plattform und Partner ein und führt zu einer intensiveren Kooperation. Am Ende wird der Service im Wettbewerb entscheiden.

DAS INVESTMENT.com: 
Wo liegt das Minimalvolumen für die Übernahme eines Private-Label-Fonds-Mandats?

Vorbeck:
Das hängt stark vom Konzept ab. Ein Fonds sollte mit rund 10 Millionen Euro starten, um ins Laufen zu kommen. Um stabil lauffähig zu sein, sind mittelfristig 15 bis 20 Millionen Euro an verwaltetem Vermögen erforderlich. Das Konzept des Fonds und die Erfahrung des Partners werden in einem ausführlichen Prozess überprüft.

DAS INVESTMENT.com:
Wann lehnen Sie Mandate ab?

Vorbeck:
Aus Erfahrung können wir auf bestimmte Probleme hinweisen, treten aber nicht als Consultant auf. Ein Fondskonzept muss bereits Hand und Fuß haben, bevor wir das Mandat übernehmen. Ablehnungen kommen aber selten vor, hier liegt es meist an der fehlenden Infrastruktur des Partners, auf die wir im Rahmen der Prüfung stoßen.

DAS INVESTMENT.com:
Über Fondsauflage und Buchhaltung hinaus – in welchem Umfang werden Zusatzservices nachgefragt?

Vorbeck:
Risikomanagement, Währungsabsicherung, Vertriebs- sowie PR- und Marketingservices sind Dienstleistungen, die nicht alle unserer Partner benötigen, insbesondere letzteres Thema wird jedoch stark nachgefragt.

Manche Partner möchten mehr in der Öffentlichkeit auftauchen, andere benötigen konkrete Vertriebsunterstützung etwa über Roadshows. Hierzu bieten wir individuelle Lösungen an.

Ein Trend ist, dass viele Häuser aus dem Ausland nach Deutschland kommen, um von hier aus ihre Konzepte europaweit anzubieten. Sie erhalten von uns ein komplettes Set-up für eine europaweite Vertriebsplatzierung.

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