Fondspolicen Wie Portfolios mit Zielvolatilität funktionieren

Winter in Nowosibirsk, Sibirien: Die Temperaturen erreichen hier schon mal minus 35 Grad Celsius. Es geht aber noch kälter. | © Getty Images

Winter in Nowosibirsk, Sibirien: Die Temperaturen erreichen hier schon mal minus 35 Grad Celsius. Es geht aber noch kälter. Foto: Getty Images

Wenig risikofreudig – so schätzen sich mehr als drei Viertel der Deutschen bei der Geldanlage ein. Konkret bezeichnen sich 49 Prozent der Sparer als „sehr sicherheitsorientiert“ und weitere 27 Prozent als „eher sicherheitsorientiert“. Das geht aus dem aktuellen Income-Barometer von J.P. Morgan Asset Management hervor. „Die Angst vor Marktschwankungen ist so groß, dass viele Deutsche lieber auf Rendite verzichten, als auf die Chancen der Kapitalmarkterträge zu setzen“, erklärt Christoph Bergweiler, Leiter Deutschland, Österreich, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland bei dem Fondshaus.

Dilemma zwischen Sicherheit und Rendite

Dass die Sparer aus diesem Grund nicht in renditeträchtigere Produkte wie Aktienfonds & Co. investieren, hat seinen Preis: Sie erreichen ihre Sparziele höchstwahrscheinlich nicht. Bergweiler: „Mit einem Zins von 6 Prozent verdoppelt sich eine Anlage in 12 Jahren, bei 4 Prozent sind es 18 Jahre, bei 2 Prozent 36 Jahre. Ein Zinssatz von 0,5 Prozent erfordert dagegen stolze 144 Jahre – und im aktuellen Zinsumfeld erwirtschaften viele Sparprodukte noch weniger.“

Dieses Dilemma, eigentlich ordentlich Rendite für die Sparziele zu brauchen, aber sich gleichzeitig Sicherheit zu wünschen, gibt es auch innerhalb fondsgebundener Rentenversicherungen. Auch wenn sich Sparer damit prinzipiell für eine etwas offensivere Form der Altersvorsorge entschieden haben, muss ein gewisses Fangnetz für die meisten doch vorhanden sein. Nur müssen es dabei ja nicht gleich harte Garantien sein. Auch Varianten wie zum Beispiel volatilitätsgesteuerte Fonds oder Portfolios können Risiko aus der Kapitalanlage rausnehmen.

Dabei handelt es sich meist um breit gestreute Multi-Asset-Produkte, die auf Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe setzen und deren Volatilität sich in einem bestimmten Korridor bewegen soll. Über die Begrenzung der Ausschläge soll das eingegangene Risiko verringert werden. „In der freien Fondsauswahl sind Multi-Asset-Fonds ein probates Mittel, um die Risikoklasse gegenüber reinen Aktieninvestments zu reduzieren“, sagt Markus Kiener, geschäftsführender Gesellschafter des Fonds Finanz Maklerservice. „Ausschlaggebend für die Wahl sollte aber stets die Geeignetheitsprüfung sein, die Makler gemeinsam mit dem Kunden durchführen.“

Bleiben wir bei der Kundenberatung, sind die Produkte auch aus einem anderen Grunde noch recht spannend. „Beinhalten Multi-Asset-Fonds eine gemanagte Schwankungsbreite beziehungsweise Zielvolatilität, so bleiben diese Produkte in der Regel über die gesamte Laufzeit in derselben Risikoklasse“, erklärt Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung. „Das kann im Sinne von regelmäßigen Überprüfungen, die der Gesetzgeber immer mehr einfordert, das Leben des Vermittlers bei der Nachbearbeitung etwas erleichtern.“

Wie genau sind solche Fonds beziehungsweise Portfolios aufgebaut? Dabei gibt es in der Regel zwei Varianten. Erstens Portfolios, die der Versicherer oder die hauseigene Kapitalanlage-Tochter selbst managt. Und zweitens gibt es Fonds anderer Kapitalanlagegesellschaften, die die Lebensversicherer einfach in ihre Fondspaletten einbauen.

Zu ersterem Modell gehört zum Beispiel das risikogesteuerte Modell „Intelligente Anlagesteuerung“ (IAS) innerhalb der Fondspolice ALfonds IAS der Alten Leipziger. Zu Vertragsbeginn entscheidet sich der Kunde für eines der drei Portfolios Balance, Wachstum und Chance. Damit legt er gleichzeitig eine sogenannte Basis-Volatilität fest. In der risikoärmsten Ausprägung Balance liegt sie zum Beispiel bei 20 Prozent bei sehr langer Laufzeit. Das ist die Grenze für die Schwankungen der vom Kunden gewählten Fonds, die der Anlagesteuerung vorgegeben wird.