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Jens Arndt: Der Vorstandsvorsitzende der Mylife Lebensversicherung spricht im Interview über Chancen und Risiken von Fondspolicen in der Corona-Krise. | © myLife Lebensversicherung AG Foto: myLife Lebensversicherung AG

Mylife-Chef Jens Arndt

„Viele Verbraucher denken aktuell über Zuzahlungen nach“

DAS INVESTMENT: Der heftige Kurssturz an den weltweiten Börsen dürfte das Vertrauen vieler Verbraucher in Aktien-Investments erschüttern. Was spricht Ihrer Meinung nach auch in Zeiten der Corona-Krise für fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen?

Jens Arndt: Die kapitalgedeckte Altersvorsorge stellt eine langfristige Anlage dar. Hinzu kommt, dass zum Beispiel eine Fondspolice in der Regel mehrere und oft breit diversifizierte Fonds besitzt, so dass Kursverluste im Vergleich zu reinen Aktien-Investments nicht so hoch ausfallen. Geringe Kosten innerhalb der Produkte sorgen zusätzlich dafür, dass bei späteren Kurssteigerungen dann auch wieder mehr Geld zum Sparen im Vertrag ankommt. Das heißt, positiv betrachtet können Verbraucher gerade jetzt von niedrigen Einstiegskursen profitieren. Viele Verbraucher denken deshalb aktuell auch über Zuzahlungen nach. Bei laufenden Verträgen kommt der Cost-Average-Effekt zum Tragen. In jedem Fall lohnt sich in der aktuellen Situation Ruhe zu bewahren und keine Panik zu verbreiten. Finanzberater können ihren Teil dazu beitragen.

Stichwort Finanzberater: Wie bringen Sie Ihre fondsgebundenen Versicherungen an den Mann?

Mit unseren Fondspolicen richten wir uns an klassische Versicherungsmakler sowie an investmentaffine Finanzberater. Mylife Invest beispielsweise wurde so konzipiert, dass Vorteile eines Depots und einer Versicherungslösung in einem Produkt vereint wurden. Wie in der Investment-Welt besteht so auch hier eine hohe Flexibilität für Fondsänderungen, Auszahlungen, Einzahlungen sowie eine hohe Transparenz über einen digitalen Zugriff auf tägliche Vertragswerte und vieles mehr. Die geringen Produktkosten und die Steuervorteile einer Lebensversicherungslösung bringen die Chance auf mehr Geld im Vertrag – bei Ablauf und auch im Todesfall.

Das hohe Sicherheitsbedürfnis vieler Sparer in Deutschland zeigt sich auch im starken Neugeschäft der Lebensversicherer 2019.

Die große Beliebtheit der Lebensversicherung ist meiner Meinung nach ein Stück weit mit einem Mangel an Alternativen zu begründen. Während Aktien viele Deutsche aufgrund ihrer Verlustrisiken abschrecken, droht heute bei klassischen Bankprodukten – wie Tages- und Festgeldern – ein realer Wertverlust. Negativzinsen sind keine Ausnahme mehr, sodass es hierzulande kaum noch Zinsangebote gibt, die den schleichenden Wertverlust durch die Inflation auch nur annähernd ausgleichen.

Auch 2020 dürfte sich an der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wenig ändern. Mit welchen Produkten wollen Sie darauf reagieren?

Um diesen Markt zu bedienen, werden wir in Kürze ein neues Einmalbeitragsprodukt an den Markt bringen. Im Rahmen einer fondsgebundenen Rentenversicherung wird es dem sicherheitsorientierten Kunden möglich gemacht, neben mehr als 200 Investmentfonds einen Teil des Geldes auch sicher im Deckungskapital anzulegen. Das Ganze basiert natürlich auf unserem Nettoprinzip: Berater können völlig frei ein eigenes Honorar mit ihren Kunden vereinbaren. Das laufende Honorar kann sich wie in der Investment-Welt prozentual am Vertragswert orientieren.

Welche Rolle spielen solche Nettopolicen Ihrer Meinung nach in der Zukunft?

Weiterhin niedrige Zinsen und neue Wettbewerber sorgen für weiteren Margendruck in der Finanzbranche. Gleichzeitig erleben wir eine dauerhaft hohe Regulierung. Die Folge für viele Finanzberater wird also weniger Geld für mehr Arbeit sein. Und genau für diese Herausforderung bieten provisionsfreie Produkte in Verbindung einer Honorarberatung eine gute Antwort Ich bin also der festen Überzeugung, dass der Markt mit Nettopolicen weiter wachsen wird. Ein möglicher Provisionsdeckel kann diese Entwicklung sicher beschleunigen.

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