Torben Peters ist Fondsberater des Wachstum Global I der Hamburger Vermögensverwaltung Proaktiva

Torben Peters ist Fondsberater des Wachstum Global I der Hamburger Vermögensverwaltung Proaktiva

Fondsporträt Wachstum Global I

Offen für alles – außer Staatsanleihen

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Was gehört in einen typischen Mischfonds? Aktien, Renten, Kasse. Soweit, so üblich. Das trifft auch auf den Wachstum Global I der Hamburger Vermögensverwaltung Proaktiva zu. Doch während die meisten Mischfonds auf der Rentenseite üblicherweise einen Mix aus Staats- und Unternehmensanleihen halten, lässt Fondsberater Torben Peters erstere seit 2014 komplett außen vor: „Staatsanleihen gehören zwar zum Anlageuniversum des Fonds, doch aufgrund des Zinsänderungsrisikos meiden wir dieses Segment mittlerweile“, erläutert Peters. Das Rückschlagpotenzial erscheint ihm deutlich größer als der Rendite-Nutzen, den er noch aus diesen Papieren ziehen kann. Stattdessen greift er auf Unternehmens- und Wandelanleihen zurück, unter anderem von Fresenius und Nokia.

Eigene Akzente setzt Peters auch auf der Aktienseite. So mischt er seinem Portfolio gezielt Abfindungskandidaten bei und gewichtet sie mit bis zu 20 Prozent. „Die Kurse dieser Aktien sind eher von Übernahmeabsichten und konkreten Abfindungsangeboten dominiert als vom allgemeinen Marktgeschehen. Deshalb bieten sie bei fallenden Kursen einen gewissen Puffer“, kommentiert Peters sein Engagement in Aktien wie MAN. Daneben setzt er gezielt Aktienoptionen ein, um einzelne Positionen im Fonds abzusichern: „Wir haben zum Beispiel Call-Optionen auf unseren BASF-Bestand verkauft, so dass wir darauf inklusive Dividende einen Gewinn von maximal 20 Prozent erzielen können. Einen Verlust müssen wir dafür erst hinnehmen, wenn die Aktie von derzeit 90 auf unter 65 Euro fällt.“ Bis zu 10 Prozent des Portfolios dürfen auf derartige Absicherungsgeschäfte entfallen.

Das klassische Aktienportfolio bestückt der Fondsberater bevorzugt mit europäischen und nordamerikanischen Titeln, darunter Google, Nestlé und Deutsche Post: „Wir mögen Titel mit starker Substanz, gesundem Cash Flow und starker Dividende, bei denen noch nicht alle künftigen positiven Entwicklungen eingepreist sind“, erläutert Peters. Dafür sei die Deutsche Post ein gutes Beispiel: „Das Briefgeschäft hat sich mittlerweile als gar nicht so tot erwiesen wie vom Markt vermutet.“

Generell sind deutsche Titel im Fonds hoch gewichtet, aktuell beträgt der Anteil über die Anlageklassen Aktien und Renten hinweg 65 Prozent. Peters: „Wir streben möglichst eine persönliche Vertrautheit mit den Investmentobjekten an, darum werden wir beim Identifizieren von Anlageideen häufiger hierzulande fündig als anderswo“, Bei etwas exotischeren Anlagethemen wie Nebenwerten oder Schwellenländern nutzt er bis zu 10 Prozent des Portfolios die Expertise anderer Investmenthäuser, indem er dort über Fonds investiert. „Alternativ decken wir diese Märkte aber auch über Indexfonds ab“, so Peters weiter.

Insgesamt kann er Aktien mit 20 bis 70 Prozent gewichten, Anleihen dürfen eine Gewichtung von 10 bis 80 Prozent haben. Derzeit liegt der Aktienanteil bei 50 Prozent – darunter 15 Prozent in Abfindungskandidaten. Die Rentenquote beträgt 35 Prozent, auf andere Fonds entfallen 8 Prozent und auf Liquidität rund 2 Prozent. Wie am Beispiel BASF erläuterte Discountgeschäfte machen rund 5 Prozent aus.

An dieser Gewichtung will Peters zunächst festhalten, eine Umschichtung in Aktien aufgrund der unsicheren Lage auf den Rentenmärkten hält er nicht für sinnvoll: „Aktien sind nicht mehr billig zu haben. Wir halten daher eher nach Anleihen Ausschau, die noch attraktive Chancen bieten. So haben wir jüngst eine Nachrang-Anleihe von Bertelsmann erworben, die mit 3 Prozent rentiert.“ Kurz- bis mittelfristig hält er auch ein Aufstocken im Bereich Aktien-Discount auf die Obergrenze von 10 Prozent für möglich: „Die Optionspreise sind gestiegen, und im Falle einer Seitwärtsbewegung können die vereinnahmten Optionsprämien eine nützliche zusätzliche Renditequelle sein.“ Mit seinem auf Kapitalerhalt fokussierten Anlagekonzept erwirtschaftete Peters seit Auflegung des Fonds im November 2008 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 8,2 Prozent.

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