Trennen, was nicht zusammengehören will: Arbeiter mit Schweißgeräten an der South-Stream-Erdgas-Pipeline (Foto: AFP/Freier Fotograf/Getty Images)

Trennen, was nicht zusammengehören will: Arbeiter mit Schweißgeräten an der South-Stream-Erdgas-Pipeline (Foto: AFP/Freier Fotograf/Getty Images)

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Kalter Krieg statt heiße Späne

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Aus heutiger Sicht betrachtet sieht es eher so aus, als würden die Arbeiter die Verbindung kappen. Ein Eindruck, der den Status Quo ziemlich genau trifft: Als Reaktion auf die gegen sein Land gerichteten EU-Sanktionen hat Russlands Präsident Wladimir Putin das Projekt inzwischen gestoppt. Stattdessen liebäugelt er mit einer gänzlich neuen Pipeline in die Türkei. In der Folge hat der russische Energie-Gigant Gazprom seinen ehemaligen Partnern BASF, ENI und EDF Ende Dezember sämtliche Anteile an der Betreibergesellschaft South Stream Transport abgekauft – zu welchem Preis, ist nicht bekannt. Ein negativer Schlusspunkt in der Bilanz bleibt es allemal: Im Kalenderjahr 2014 verlor die Gazprom-Aktie 38 Prozent an Wert.

Das trifft vor allem Russland-Fonds – allen voran jene acht ETFs, die eins zu eins den MSCI Russia, den Dow Jones Russia oder den RDX abbilden und Gazprom folglich mit einem Anteil von mehr als 20 Prozent gewichten. Andererseits: Da 2014 auch mit anderen russischen Aktien definitiv wenig bis gar nichts zu holen war, spielte die Gewichtung der Einzeltitel in den vergangenen zwölf Monaten keine große Rolle. Selbst der beste aktiv verwaltete Russland-Fonds, der Parvest Equity Russia Opportunities, brach 2014 um 31 Prozent ein.

Ein weiterer Verlierer der geplatzten Pipeline-Träume ist der Stahlhersteller Salzgitter AG, dem durch den weggefallenen Auftrag nun sogar Kurzarbeit droht. Die Aktie, die in den vergangenen fünf Jahren knapp 70 Prozent an Wert verlor, gehörte vor diesem Hintergrund auch in den ersten Januar-Tagen zu den schwächsten Papieren im M-Dax. Weil sie dort nur mit knapp 0,7 Prozent gewichtet ist, hat sie jedoch den erfolgreichen Indexfonds I-Shares M-Dax (siehe aktueller Crashtest) nicht weiter behindert. Viele aktiv agierende Fondsmanager hatten die Aktie zudem in den vergangenen Jahren untergewichtet oder sogar ganz gemieden.

Bereits seit längerem gegen den Trend bei Salzgitter aktiv ist dagegen mit Max Otte einer der bekanntesten deutschen Fondsmanager. Im Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI war die Aktie zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres mit immerhin 1,7 Prozent vertreten, im PI Global Value sogar mit knapp 3 Prozent. Daran soll sich bis auf weiteres auch nichts ändern, wie Otte auf Nachfrage betont: „Die South-Stream-Geschichte gefällt uns gar nicht. Salzgitter ist aber ein funktionierendes, diversifiziertes Unternehmen mit einem ordentlichen Management. Deshalb halten wir in vollem Umfang an unseren Positionen fest.“

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