Gut vier Jahre sind vergangen seit dem Start des Tech-Fonds Disruptive Technologies (ISIN: DE000DNA10X3) von Frank Thelen. Der Flaggschiff-Fonds der Fondsboutique Teq Capital des bekannten Startup-Investors lief am 1. September 2021 vom Stapel. Year-to-date liegt die Retail-Variante mit 7,44 Prozent im Plus (Stand: 15. Dezember 2025). Doch der Blick zurück auf September 2021 zeigt: Bis zum ursprünglichen Ausgabekurs fehlen immer noch über 16 Prozent.

„Wir sind sehr zuversichtlich, dass im nächsten Jahr auch unser Flaggschiff-Fonds deutlich über dem Ausgabekurs stehen wird“, hatte Thelen im Dezember 2024 noch prognostiziert. Die Realität im Dezember 2025: Der Weg ist steiniger als erhofft.

Zollkrieg bremst Erholungskurs

Dabei hatte 2025 für den Fonds zunächst vielversprechend begonnen. Der Teq Disruptive Technologies hatte in der zweiten Jahreshälfte 2024 eine Rally hingelegt, die sich auch im neuen Jahr fortsetzte. Doch dann kam Donald Trump mit seiner Zollpolitik dazwischen. Ab Mitte Februar und bis in den April hinein gab es deutliche Rückschläge.

Auch der im Februar 2023 aufgelegte Small & Mid Cap Technologies Fonds (DE000DNA10M6) blieb nicht verschont – obwohl er die Phase des Zollcrashes Anfang dieses Jahres insgesamt etwas besser meisterte als etwa der US-amerikanische Nasdaq. Year-to-date, Stand 15. Dezember, liegt er mit 4,14 Prozent im Minus. Seit seiner Auflegung im Februar 2023 steht ein Plus von 4,75 Prozent zu Buche.

Die Zollrisiken, die sich mit dem Amtsantritt von Donald Trump ergaben, hatte das Teq-Capital-Team nach eigenem Bekunden durchaus auf dem Schirm. „Schon im Vorfeld der Zollentscheidungen dieses Jahres sind wir unser Portfolio einmal durchgegangen: Welche Unternehmen werden eigentlich wie von Zöllen beeinflusst?“, berichtet Geschäftsführer Marcel Vogler. Man habe auch versucht, „Risiko herauszunehmen bei Unternehmen, die unmittelbar durch Zölle beeinflusst werden“.

Gegen die Unsicherheiten im Zuge des Amtsantritts des wankelmütigen Präsidenten war der Fonds dennoch nicht gefeit. 

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Der steinige Weg seit 2021

Um die aktuelle Entwicklung einzuordnen, lohnt sich ein Blick zurück. Als Thelen im September 2021 seinen Fonds auflegte, stand die Tech-Branche noch im Zeichen der Pandemie-Euphorie: Die Aktienmärkte und vor allem der Tech-Markt brummten in den ersten Corona-Monaten. So lange, bis die großen Notenbanken begannen, die Zinsen anzuheben. 

Die US-amerikanische Federal Reserve startete ab März 2022 damit, rapide die Leitzinsen zu erhöhen, die EZB legte ab Juli 2022 nach. „Wir haben nicht vorausgesehen, dass wir in eine historisch starke Zinswende kommen“, räumte Thelen mit Blick auf seinen Fonds im vergangenen Dezember ein. Hinzu kamen überhöhte Bewertungen: „Rückblickend haben wir zu hohe Multiples akzeptiert.“

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Am hoch bewerteten Tech-Markt kamen die steigenden Leitzinsen schlecht an: Höhere Zinsen senken den Barwert künftiger Gewinne – was besonders Wachstumsaktien trifft, von denen sich Anleger vor allem für die Zukunft viel versprechen. Der Markt brach 2022 empfindlich ein.

Die nachfolgende Erholung am Tech-Markt verlief ungleichmäßig. Während der Technologieindex Nasdaq 100 im Jahr 2023 um spektakuläre 55 Prozent zulegte und 2024 weitere 26 Prozent draufpackte, blieb Thelens Fonds zunächst zurück – nicht zuletzt, weil er die großen Gewinner der Tech-Welt außen vor ließ. Year-to-date 2025 liegt der Nasdaq bei rund 20 Prozent plus (Stand: 15. Dezember).

Keine Magnificent Seven – das ist das Alleinstellungsmerkmal

Der bewusste Verzicht auf Tech-Riesen ist für Thelen das zentrale Unterscheidungsmerkmal. „Was unsere Fonds auszeichnet: dass wir keine Aktien der ,Magnificent Seven' im Portfolio haben“, betont er. „Microsoft, Nvidia – die Großen fehlen bei uns. Das ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal, auf das wir unsere Kunden hinweisen.“

Eine Ausnahme bildet Tesla. Die Aktie war zwischenzeitlich durchaus in Fondsportfolios von Teq Capital vertreten. Thelen hält es auch für möglich, „dass man sie noch einmal als Contrarian Play vorsichtig spielen“ könnte. Er meint: Wenn das Gros der Anleger pessimistisch und der Kurs überverkauft ist, könnte es sich lohnen, eine kleine Position aufzubauen.

Ansonsten setzt Thelen lieber auf Titel abseits des Mainstreams. „Wir bieten echte Diversifikation, global und mit einem eigenen Equity Research“, wirbt er.

Wichtig ist dem Team von Teq Capital: Man investiere in Aktien, die in den sehr beliebten Indizes fehlen. „Im MSCI World konzentriert sich etwa ein Drittel der Aktien auf Technologie. Davon profitieren besonders die glorreichen Sieben“, erinnert Mike Judith. Noch konzentrierter ist der US-Standardindex S&P 500. Dort machen die sieben Unternehmen Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla aktuell mehr als ein Drittel Gewicht aus. Anleger haben mit einem Standard-Index-Investment somit bereits ein „enorm hohes Exposure“ im US-Tech-Markt, erinnert Judith.

China-Wette gegen den Mainstream

Eine weitere Besonderheit bei Teq Capital: das China-Engagement. Während viele institutionelle Investoren dem Reich der Mitte zuletzt fernblieben, hält Teq Capital daran fest – mit Überzeugung. 15 bis 20 Prozent des Portfolios stecken in chinesischen Titeln – je nach Fonds. „China wird immer nur ein wohldosierter Teil bleiben. Aber wir halten diesen Teil, weil wir glauben, dass China gerade in einer sehr spannenden wirtschaftlichen Entwicklung steckt“, erläutert Thelen.