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Aktualisiert am 01.03.2024 - 19:46 Uhrin RechtsschutzversicherungLesedauer: 6 Minuten

Rating von 43 Gesellschaften Franke und Bornberg zeichnet die besten Rechtsschutzversicherer aus

Rechtsanwalt
Ein Privat-Rechtsschutz übernimmt unter anderem die Anwaltskosten im Streitfall vor Gericht. | Foto: LEANDRO AGUILAR /Pixabay

Franke und Bornberg (F&B) hat für das diesjährige Rating in der privaten Rechtsschutzversicherung 122 Tarife mit 285 Varianten von 43 Gesellschaften analysiert. Jenseits der Ergebnisse stellen die Analysten fest, dass die „Durststrecke“ in der Sparte vorbei ist. Seit 2021 verdienen Versicherer mit Rechtsschutz wieder Geld. Zuvor hatten sie vor allem infolge der Streitigkeiten um Abgasmanipulationen erhebliche Verluste eingefahren. Mit den Ertragschancen wachse auch das Angebot. 43 Anbieter teilen sich derzeit den Markt. Sie setzten auf modulare Tarife, im Privatgeschäft ebenso wie im Gewerbesegment.

Rating untersucht Standard-Kombination von Rechtsschutzrisiken

„Den besten Rechtsschutz zu finden, ist gar nicht so einfach. In kaum einer Sparte gibt es parallel so viele Generationen von Bedingungswerken wie beim Rechtsschutz“, sagt Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg. Zudem berge das Kleingedruckte oft große Unterschiede. Hier sei Überblick gefragt. Das „Rechtsschutzrating Privat 2024“ konzentriere sich daher auf die wichtigsten privaten Rechtsschutzrisiken. Es untersucht die Kombination Privat, Beruf, Verkehr und Wohnen. Das Rating trennt zwischen Tarifen für Familien und Singles.

Die Methodik der Untersuchung

Die Ratingkriterien für Familien- und Single-Tarife unterscheiden sich in erster Linie beim versicherten Personenkreis. Familientarife bewertet F&B nach 75 Kriterien, bei Singletarifen sind es 70. Diese sind thematisch 20 (Familie) beziehungsweise 19 (Single) Hauptpunkten zugeordnet. Mehr zu Bewertungsgrundlagen und Methodik gibt es hier.

Als Quellen für das Rating werden nach Unternehmensangaben ausschließlich die Versicherungsbedingungen sowie gegebenenfalls verbindliche Verbraucherinformationen, Antragsformulare, Versicherungsscheine, Geschäftsberichte und per Stichprobe verifizierte Daten genutzt. Die Testkandidaten wurden zunächst dahingehend überprüft, in welchen Ausprägungen beziehungsweise Varianten welche Detailleistungen und Einzelregelungen angeboten werden, erklärt Franke & Bornberg.

 

Die Qualität der jeweiligen Regelungen wurde in einem nächsten Schritt auf einer Skala von null für die schlechteste Ausprägung bis 100 für die beste Ausprägung eingeordnet. Danach wurden die einzelnen Leistungskriterien entsprechend ihrer Bedeutung aus Kundensicht gewichtet. Die Klassen sind den Angaben zufolge in ihrer Bandbreite so bemessen, dass geringfügige, für die Praxis unerhebliche Punktunterschiede nicht zur Einstufung in eine andere Klasse führen. Zusätzlich werden laut der Analysten Mindeststandards berücksichtigt.

2024 gibt es mehr Top-Tarife

Dabei erhalten zwar nur acht (Familie) beziehungsweise neun (Singles) von 122 Tarifkonfigurationen 2024 die Bestnote „FFF+“ (hervorragend), im Vergleich zum Vorjahr ist das jedoch ein deutlicher Zuwachs, als die Bestnote in beiden Kategorien nur sieben Mal vergeben wurde. „Privater Rechtsschutz entwickelt sich stetig weiter. Nicht nur das Angebot ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen – auch die Qualität legt kräftig zu“, sagt Christian Monke, Leiter Ratings für Private Risiken bei Franke und Bornberg. 2021 war gerade einmal einer von vier Tarifen „sehr gut“ oder sogar „hervorragend“.

Ansonsten liegen die Ergebnisse weitgehend auf Vorjahresniveau. Die Noten „F“ (mangelhaft) oder „F-“ (ungenügend) werden jeweils nur einmal vergeben bei den Familientarifen. Bei den Offerten für Singles sind es insgesamt sechs nach fünf im Jahr 2023.

Welche Mängel es noch gibt

Die Bestnote wird laut der Autoren in einigen Fällen verfehlt, weil vorsorgliche Rechtsberatung in guter Qualität fehlt. Diese jedoch ist bei F&B Bedingung für die höchste Bewertungsstufe. „Streit zu vermeiden ist besser, als ihn zu bezahlen“, so Franke. „Die besten Rechtsschutzverträge zahlen nicht für den Rechtsstreit. Sie verhindern ihn.“ Das spare Zeit, Nerven und Ressourcen und entlaste zudem die Gerichte. Schlechter bewertete Tarife schwächeln darüber hinaus beim Arbeitsrechtsschutz, Immobilienrechtsschutz sowie beim außergerichtlichen Verwaltungs-, Steuer- oder Sozialrechtsschutz. Im Erb-, Familien- und Lebenspartnerschafts-Rechtsschutz zeigen sich ebenfalls Lücken, so die Analysten.

Diese Rechtsschutzversicherer bieten die besten Tarife

Bislang konnte F&B nur zwei Versicherer (Arag und Roland) mit der Höchstnote FFF+ (hervorragend) auszeichnen. Neu in den Club der Besten aufgestiegen ist die Örag Rechtsschutzversicherung. Weil die Versicherer der Provinzial-Gruppe ebenfalls Öräg-Tarife vertreiben, besetzen jetzt fünf Anbieter die Spitzengruppe (in alphabetischer Reihenfolge): Arag, Örag, Provinzial, Provinzial Nord, Roland. Alle genannten Versicherer bekommen die Topbewertung sowohl im Familien- als auch im Singlesegment. Die Gesamtübersicht der Familientarife ist hier einsehbar. Die Single-Tarife finden sich hier.

Nachholbedarf beim Thema Nachhaltigkeit

F&B sieht auch zukünftig Herausforderungen auf die Produktentwickler zukommen. Gute Tarife hielten mit veränderten Lebensbedingungen Schritt. Dazu zählen laut des Ratingunternehmens neue Nutzungsgewohnheiten im Internet ebenso wie der Wandel im Familienbild. In Sachen einer nachhaltigen Zukunft zeigten die Rechtsschutzversicherer bislang aber noch wenig Engagement. Gute Tarife böten zwar beispielsweise Schutz für Anlagen aus dem Bereich Erneuerbare Energien. Zudem erhöhten einige wenige Anbieter Leistungen bei risikobehafteten Kapitalanlagen, sofern diese nachhaltig sind. Insgesamt aber bestehe im Hinblick auf nachhaltige Tarife noch Luft nach oben.

Was sehr gute Tarife kosten

Mit einem Selbstbehalt von 150 Euro zahlen Singles für sehr gute Tarife („FFF“) rund 300 Euro aufwärts im Jahr. Familien bekommen diesen Schutz ab 350 Euro. Die Spanne zu den teuersten Produkten kann durchaus 100 Euro und mehr betragen, so Franke & Bornberg. Pauschale Aussagen seien aber schwierig, denn Alter und Wohnort können sich auf die Prämie auswirken. Zudem orientieren sich Selbstbehalte manchmal an der Zahl schadenfreier Jahre.

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