Blondchen oder Job bei der Volksbank Franken? Für den Jüngling ist die Sache klar. (Screenshot)

Blondchen oder Job bei der Volksbank Franken? Für den Jüngling ist die Sache klar. (Screenshot)

Franken-Filmchen im Niveau-Tiefflug

So schlecht kann eine Stellenanzeige per Video aussehen

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Da wollte die Marketing-Truppe der Volksbank Franken mal einen richtigen Coup landen. Wollte die jungen Menschen ansprechen. Wollte einen fetzigen Video-Clip produzieren, den sich potentielle Bewerber zuwerfen wie heiße Brötchen. Wollten den angesagten Edeka-Clips auf Youtube die Stirn bieten. Und was ist draus geworden? Einer der mit Abstand schlechtesten Spots überhaupt, für den das Kreditinstitut aus Nordbayern sicherlich ordentlich Lacher kassiert.

Die plumpe Geschichte der Video-Peinlichkeit: Der knackige Sixpack-Jüngling lässt seine blonde Freundin (man beachte die verstrubbelte Langhaarmähne und klar, blond ist hier - wie immer - ein intellektuelles Leichtgewicht) im Bett liegen, weil er lieber zu einem Vorstellungsgespräch bei der Volksbank Franken gehen will. Während er also hochmotiviert die Krawatte anlegt, muss das Blondchen davon überzeugt werden, was für ein toller Arbeitgeber das ist.

Und warum ist er das? Das Blondchen wischt dafür auf einem Tablet rum und ist baff: „Die findet man wirklich überall.“ Wirklich erstaunlich für eine Institution, die ihre schlichte Daseinsberechtigung unter anderem aus einem dichten regionalen Filialnetz zieht. Noch viel erstaunlicher ist allerdings die umwerfende Schlussfolgerung, die der muskelbepackte Jüngling aus dieser erhellenden Aussage seiner Bettbewohnerin zieht: „Bei denen wird Beratung eben noch groß geschrieben.“ Klar, viele Filialen bedeuten große Beratungskompetenz. Für alle, denen dieser kausale Zusammenhang noch nicht klar war. Dazu werden noch ein paar Standard-Floskeln à la „Top-Arbeitgeber“ und „engagieren sich in der Region“ gestreut.

Wie das Trauerspiel endet? Das Blondchen hat zwischenzeitlich offenbar wieder vergessen, wie toll der Arbeitgeber ist und will den Jüngling zum Bleiben überreden. Doch für den ist die Sache klar: „Nein, da will ich unbedingt hin.“ Klar, da gibt es kein Halten mehr.

Nachdem der Zuschauer die inhaltsleere Produktion auf dem Niveau einer Privaten-Soap überstanden hat, bleibt noch der Zweifel, dass es sich bei dem Bewegt-Werk vielleicht doch um absichtlichen Trash handelt. Frei nach dem Motto, je unterirdischer das Niveau ist, umso kultiger die Wirkung. Doch nein. Auch dieser Restzweifel kann ausgeräumt werden. Aber klar, es geht sicher auch noch schlimmer.

Und: Wenn die Bewegtbild-Stellenanzeige auch nur bei einem Kandidaten geklappt haben sollte, soll er sich melden.



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