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Franklin Diversified Fonds „Wir bevorzugen weiterhin europäische Aktien“

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Die Märkte verbuchen seit der Wahl von Donald Trump große Kurszuwächse. Viele Marktkenner erwarten nun Rücksetzer. Was tun Sie, um ihre Portfolios vor größeren Kursverlusten schützen?

Hoppe: Unser Ziel ist es, nicht nur die Renditeziele zu erreichen, sondern dies unter Berücksichtigung des eingegangen Risikos zu tun. Risikomanagement steht somit an erster Stelle. Beispiel: Brexit. Im Juni 2016 etwa, kurz vor dem Brexit-Votum, hätte es kaum jemand für möglich gehalten, dass sich Großbritannien für den EU-Ausstieg entscheiden würde.

Wir haben dieses Ergebnis des Referendums zwar nicht vorhergesagt, aber wir waren in unserer Einschätzung doch so unsicher, dass dies eine vorsichtige Haltung rechtfertigte. Daher entschieden wir uns dafür, unsere Portfolios defensiv auszurichten und sicherzustellen, dass kein Risikofaktor dominiert. Dies beinhaltete die Absicherung europäischer und britischer Aktien, die Verringerung unseres Pfundrisikos sowie das Engagement in Volatilität in den USA und in Inflation in Großbritannien. Während der Verkaufswelle, die durch das Brexit-Votum ausgelöst wurde, übertrafen wir unsere Vergleichsgruppe und beendeten den Juni im obersten Quartil.

Wie haben Sie  sich vor der Frankreich-Wahl positioniert?

Hoppe: Vor der ersten Runde der französischen Wahlen haben wir eine Absicherung der Hälfte unserer europäischen Aktienexpositionen hinzugefügt. Der Grund für die Absicherung war die hohe Ungewissheit über die Abstimmung und die möglichen Konsequenzen nicht nur für Frankreich, sondern auch für die Zukunft der Eurozone.

Obwohl die Umfragen korrekt vorausgesagt haben, dass Macron und Le Pen es in die zweite Runde schaffen würden, haben die Ergebnisse der jüngsten Abstimmungen in den USA und in Großbritannien sowie ein steigender Trend für den linken Kandidaten  Mélenchon in den vergangenen Wochen zur Unsicherheit beigetragen. Für uns wäre das Ergebnis Le Pen gegen Mélenchon – beide sind Euroskeptiker – in der zweiten Runde ein bedeutendes Risikoereignis gewesen, ein sogenanntes Tail Risk. Während wir uns bewusst waren, dass es dafür zwar eine geringere Wahrscheinlichkeit gab, haben wir beschlossen, uns für das schlimmste Ergebnis vorzubereiten, anstatt auf das Beste zu hoffen.

Die Absicherung wurde sofort nach der ersten Runde rückgängig gemacht. Wir bleiben dennoch vorsichtig. Wir behalten etwa unsere Absicherung auf einen Teil unseres Engagements in US-Aktien. Die Bewertungen sind hoch. Die Erwartungen sind immer noch relativ hoch. Allerdings könnten die Frühindikatoren einen Höchststand erreicht haben. Eine realistischere Sicht auf das, was die Trump-Regierung erreichen kann, könnte die zukünftige Wertentwicklung schwächen.

Wie ist Ihre derzeitige Einschätzung zu Rohstoffen? Welche Währungen sollten Investoren im Blick behalten?

Hoppe: Seit Jahresanfang scheinen die Finanzmärkte auf globale Reflation zu setzen. Das spiegelt sich auch in den Währungen wieder. Während seit 2014 vor allem mit einer Normalisierung des US-Wachstums und somit mit höherer Inflation gerechnet wurde, und der US-Dollar aufgewertet hat, sehen wir jetzt auch eine Normalisierung der Inflationsraten in der Eurozone und anderen Regionen. Seit Jahresanfang hat dann auch die Aufwertung des US-Dollars eine Pause eingelegt.

Die Frage ist: Wie weit kann diese globale Reflation gehen? Wir sind nicht vollkommen überzeugt, dass dies ein länger anhaltender Trend sein kann. Normalere Inflationsraten ja, aber kein Überschießen. Fällt diese globale Reflation sowohl global als auch in den USA schwächer aus als erwartet – unser Basisszenario – dann sollte das wieder zu einer Aufwertung des US-Dollars gegenüber Währungen aus Emerging Markets führen, gleichzeitig aber zu einer Aufwertung des Euro und des japanischen Yen gegenüber dem US-Dollar.

Vor diesem Hintergrund niedrigerer Inflationszahlen als erwartet kann unser Ausblick für Rohstoffe nicht besonders positiv sein. Der heutige Ölpreis ist einer der Hauptgründe für höhere Inflationsraten im Vergleich zum Vorjahr. Aber dieser Basiseffekt, der sich durch die starke Erholung des Ölpreises ergibt, wird sich nicht ewig fortsetzen können. Und eine Verlangsamung des chinesischen und globalen Wirtschaftswachstums im zweiten Halbjahr würde nicht für eine Hausse an den Rohstoffmärkten sprechen. Wir bleiben daher skeptisch.

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