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Franklin Mutual European Fund

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„Günstig kaufen, teuer verkaufen“, lautet eine Binsenweisheit unter Börsianern. Nach den Kursstürzen im Januar dürfte sich demnach der Einstieg in Finanztitel momentan besonders lohnen. Das europäische Branchenbarometer MSCI Europe Financials liegt auf Jahressicht mit 24,9 Prozent im Minus. Beim marktbreiten MSCI Europe sind es lediglich -7,1 Prozent.

Dennoch ist Philippe Brugère-Trelat bei Bankaktien derzeit noch sehr vorsichtig. „Wir beobachten den Finanzsektor, halten uns aber noch zurück“, so der Manager des Franklin Mutual European Fund (WKN: A0F6WG). Finanztitel machen aktuell 21,9 Prozent seines Portfolios aus. Das sind 4,3 Prozentpunkte weniger als beim MSCI Europe. Laut Brugére-Trelat braucht es noch lange, bis sich die Branche vom Subprime-Schock erholt hat.

Beim Anlagestil des Fonds spielen solche volkswirtschaftliche Prognosen aber kaum eine Rolle. Daher gibt es auch keine vorgegebenen Quoten für bestimmte Branchen und Anlageregionen im Portfolio. Stattdessen werden die Aktien nur nach den fundamentalen Daten der Unternehmen ausgewählt. Das, so der Fondsmanager, treffe zum Beispiel auf Danske Bank zu. Die größte Bank Dänemarks sei durch die Subprime-Krise kaum betroffen.

Das wichtigste Anlageziel für Brugère-Trelat ist es, keine Verluste zu machen: „Wir achten sehr stark auf das Risko eines Kursrückgangs bei einer Aktie und streben stetige Rendite bei niedrigem Risiko an.“ Daher investiert er rein nach der Substanzstrategie. Das heißt, er sucht an Europas Börsen nach Aktien, die bis zu 50 Prozent unter ihrem fairen Wert gehandelt werden. „Dadurch wollen wir unsere Investoren vor Verlusten schützen.“

Brugère-Trelat: „Wir vergleichen den Unternehmenswert an der Börse mit dem Preis, den ein Konkurrent für die Firmenübernahme zahlen würde.“ Verkauft werden Titel, wenn der Aktienkurs etwa 96 Prozent seines fairen Werts erreicht hat. „Auslöser für den Abbau von Unterbewertungen sind ein neues Management und die Auslagerung von Abteilungen sowie Aktienrückkäufe und die Übernahme durch einen Wettbewerber“, so Brugère-Trelat. Bis es so weit ist, muss er Geduld zeigen: Die Aktien bleiben in der Regel 2 bis 4 Jahre im Portfolio.

80 bis 90 Prozent des Fonds wird nach den Regeln der Substanzstrategie investiert. Die restlichen 10 bis 20 Prozent des Portfolios stellen Wetten auf tief gefallene Titel und auf die Aktien von Übernahmekandidaten dar. Der Fonds profitierte beispielsweise von der Übernahmeschlacht der indischen Mittal Steel um den luxemburgischen Stahlproduzenten Arcelor, dessen Kurs sich im ersten Halbjahr 2006 verdoppelte.

Ein Beispiel für die sogenannten Distressed Securities sei Virgin Media. Das Unternehmen firmierte früher als NTL und war völlig überschuldet. Als der Konkurs des Unternehmens aber vor zwei Jahren abgewendet werden konnte, stieg der Aktienkurs um 700 Prozent. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der derzeit 117 Portfoliowerte liegt bei 11,9. Das spricht für eine vergleichsweise niedrige Bewertung der Titel.

Wichtig ist für Brugère-Trelat neben einem günstigen Börsenpreis auch, dass die Unternehmen überlebensfähig sind und frei verfügbare Erträge erwirtschaften. Als Beispiel nennt er Siemens. Das deutsche Unternehmen hat sich mit dem Programm Fit4 2010 verschlankt. Außerdem wurden eigene Aktien im Wert von 10 Milliarden Euro zurückgekauft.

Die Siemens-Aktie ist gegenwärtig mit 2,3 Prozent des Fonds der wichtigste Einzeltitel im Franklin Mutual European Fund. Ebenfalls unter den fünf größten Portfoliowerten befinden sich die Deutsche Post und der Versorger E.On (jeweils 2,2 Prozent). Deutschland ist mit einem Anteil von 20,6 Prozent derzeit die wichtigste Anlageregion des Fonds. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Frankreich (14,9 Prozent) und Großbritannien (12,6).

Der Franklin Mutual European Fund gehört zur sogenannten Mutual Series der Franklin Templeton Investments, die vor 59 Jahren gegründet wurde. Das Managerteam der acht Produkte aus der Mutual-Reihe besteht aus insgesamt 20 Analysten und Portfoliomanagern. Sie verwalten von Short Hills im US-Bundesstaat New Jersey aus Vermögen von 55 Milliarden Euro.

Der Fonds wurde vor rund acht Jahren in Luxemburg aufgelegt. In den vergangenen drei Jahren stieg sein Wert um durchschnittlich 11,9 Prozent. Beim MSCI Europe waren es nur 10,6 Prozent. Auch auf Jahressicht schlägt der Fonds derzeit seinen Vergleichsindex:  Während dieser gegenüber seinem Stand im Februar 2007 mit 7,1 Prozent im Minus liegt, beträgt der Wertverlust beim Fonds nur 3,3 Prozent.

Die Rating-Agentur Standard & Poor’s zeichnet Brugère-Trelat mit einem AA aus, der zweitbesten Note für einen Fondsmanager. Der Fonds bekommt bei Morningstar die Höchstnote von fünf Sternen.

Der Ausgabeaufschlag beträgt 5,25 Prozent. Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei einem Prozent.

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