Frauenfeindliche Finanzbranche

In Deutschland haben es Chefinnen besonders schwer

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Wenn es um den Frauenanteil in den oberen Chefetagen geht, bildet die deutsche Finanzindustrie das Schlusslicht. Das ergab eine Studie der Managementberatung Oliver Wyman. Dabei werteten die Forscher Daten von mehr als 150 der wichtigsten Finanzunternehmen weltweit aus und befragten 1.000 Angestellten sowie Studentinnen und Studenten der Wirtschaftswissenschaften.

Demnach haben Frauen in keiner anderen Branche so wenig Chancen, aus dem mittleren Management in die Führungsetage aufzusteigen wie in der Finanzwirtschaft. Nur 4 Prozent der größten Finanzdienstleistungsunternehmen weltweit werden von einer Frau geführt, der Anteil der Frauen auf Ebene der Konzernleitung liegt bei 13 Prozent.

„Einer der Hauptgründe dafür liegt in der Kultur der Branche. Sie ist von traditionell als männlich wahrgenommenen Attributen geprägt, wodurch eine unbewusste Tendenz entsteht, Frauen zu benachteiligen“, erklären die Studienautoren ihr Untersuchungsergebnis.

Doch nicht überall stehen die Chancen für hochqualifizierte Frauen, es bis ganz nach oben zu schaffen, derart schlecht. So sind in Norwegen 35 Prozent der Konzernleitungsmitglieder weiblich, in Schweden 29 Prozent. Auch Russland schneidet mit 20 Prozent gut ab.

Ganz anders Deutschland. Mit einem Chefinnen-Anteil von 7 Prozent landet die Bundesrepublik auf Platz 15 von insgesamt 19 untersuchten Ländern. Noch schlimmer sah es allerdings vor zehn Jahren aus: Damals waren nur 2 Prozent der Vorstandsmitglieder in deutschen Finanzunternehmen weiblich.

Am schwierigsten haben es ehrgeizige Finanzfrauen unterdessen in Japan: Dort war im vergangenen Jahr sogar kein einziger Vorstandsposten von einer Frau besetzt

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