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„Frauenfonds“ Geschlechterquoten für das Fonds-Marketing

Unternehmen mit mehr Frauen im höheren Management fahren mehr Rendite bei geringerer Volatilität ein und sind stärker auf den Kunden fokussiert als andere Unternehmen. Sie sind innovativer und planen langfristiger – sagt Finanzexpertin Sallie Krawcheck. Die ehemalige Chefin der Investmentbanken Smith Barney und Merrill Lynch hat 2014 den ersten Indexfonds aufgelegt, der auf Unternehmen mit einem besonders hohen Frauenanteil in der Führung setzt: den Pax Ellevate Global Women's Indexfonds (PXWEX). Mit der Zeit, so erwartet Krawcheck, werden diese Unternehmen  auch höhere Aktienrenditen erzielen.

Im April 2015 hat für Deutschland auch die Börse Hannover einen Genderindex eingeführt, der ebenfalls auf Unternehmen mit ausgeglichenem Geschlechterverhältnis in Vorstand und Aufsichtsrat setzt. Er enthält vor allem Titel aus Dax, MDax, TecDax und SDax.

Viele „Frauenfonds“ haben das Thema inzwischen aufgegriffen und investieren nach Gendergesichtspunkten. In Deutschland zum Beispiel der Ampega Gender Plus, der ausgewählte Titel aus dem Genderindex ins Portfolio nimmt.

Bedeuten mehr Frauen im höheren Management automatisch größeren Erfolg? Der Beweis für diese Annahme über einen längeren Zeitraum steht noch aus. Der deutsche Genderindex hat sich seit seiner Auflage im April fast gleich dem HDax entwickelt, der alle 110 Werte aus Dax, TecDax und MDax umfasst. Und der US-amerikanische PXWEX hält sich mit kleinen Ausreißern nach oben oder unten sehr dicht am MSCI World.

Morningstar-Analystin Barbara Claus äußerte sich dem Portal Finanzen100.de gegenüber skeptisch gegenüber dem Faktor Geschlecht als Maß für den Erfolg. Die Fondsanalystin sieht in den derzeit aufkeimenden „Frauenfonds“ eher eine gute Marketingidee: „Das Thema Genderfonds oder Genderindizes ist zunächst einmal eine gute Marketingstrategie für neue Produkte genauso wie zuletzt Demografiefonds oder Multi-Asset-Income-Produkte.

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