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Unconstrained-Bond-Fonds Freiheit ohne Grenzen

Graffiti der Freiheitsstatue an einem Fensterladen in New York
Graffiti der Freiheitsstatue an einem Fensterladen in New York: Die Ketten, die herkömmliche Manager fesseln, gibt es bei Unconstrained-Bond-Strategien nicht. | Foto: Imago Images / Westend61

Eine Grundregel der Geldanlage wurde im ersten Halbjahr 2022 neu geschrieben. Bisher hieß es immer: In jedes Portfolio gehört ein gewisser Anteil an Anleihen. Denn in Krisenzeiten trotzen die Zinspapiere dem Chaos an den Finanzmärkten meist besser. Doch diese Regel gilt plötzlich nicht mehr. Wer sein Kapital in diesem Jahr in vermeintlich sicheren Rentenfonds deponiert hat, sieht vor allem herbe Verluste. Wie ungewöhnlich hoch die Verluste ausfielen, illustriert das globale Rentenbarometer, der Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index. In Euro gerechnet weist der Index seit Jahresbeginn ein kaum für möglich gehaltenes Minus von 15 Prozent aus. Der risikolose Zins ist zum zinslosen Risiko geworden.

Die grassierende Inflation und die Zinserhöhungen der Notenbanken sorgen derzeit für eine Verkaufswelle an den Anleihemärkten. Im Gegenzug steigen die Renditen für vergleichsweise sichere Papiere. Zum Verständnis: Regierungen emittieren Staatsanleihen in der Regel zu einem vorab festgelegten Zinssatz und einer festen Laufzeit. Die Höhe des Zinssatzes richtet sich einerseits am generellen Zinsniveau aus, andererseits an der Bonität des Schuldners. Steigt nun das allgemeine Zinsniveau, verlieren zuvor ausgegebene Anleihen mit ihren niedrigeren Zinskupons an Wert. Verkaufen Investoren die unattraktiveren Papiere an der Börse, fällt deren Kurs und die Rendite steigt. Verluste vermeiden kann dann nur, wer die Anleihen bis zum Ende der Laufzeit hält. Andernfalls ist der Investor von den Kursschwankungen im Börsenhandel abhängig.

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Ungeahnte Verluste

Nicht jeder Anleger kann den Anteil verzinster Wertpapiere jedoch einfach so reduzieren, da das vielleicht seinem Risikoprofil widersprechen würde. Gerade ältere Sparer dürften sich mit einem hohen Aktienanteil unwohl fühlen. Dass diese ebenfalls kein Hort der Sicherheit sind, haben die schweren Turbulenzen im laufenden Börsenjahr gezeigt. Doch klassische Rentenfonds schützen ebenso wenig: Schwerpunktmäßig liegt ihr Fokus meist auf Anleihen mit mittleren und langen Laufzeiten. Standard-Rentenfonds für europäische Staatsanleihen wie der Deka Europa Bond (ISIN: DE0009771980) oder der Uni Europa Renta (LU0003562807) fallen ungebremst in die Tiefe und fördern ungeahntes Verlustpotenzial zutage. Minuszeichen von über 20 Prozent sind keine Seltenheit mehr.

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