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Unconstrained-Bond-Fonds Freiheit ohne Grenzen

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Fallende Kurse nutzen

Ganz ähnlich sieht das Jupiter-Fondsmanager Mark Nash. Er beschreibt, was die Strategien draufhaben müssen: „Ihr Zweck sollte sein, den Zinszyklus für Anleger zu managen und die Renditen in dessen Verlauf zu glätten.“ Das führe zwar in Bullenmärkten mitunter zu unterdurchschnittlichen Ergebnissen. Im Bärenmarkt hätten die Strategien allerdings das Zeug zur Outperformance. So nutzt Nash Short-Derivate, um von steigenden Renditen und gleichzeitig fallenden Anleihekursen zu profitieren. Im derzeitigen Umfeld geht die Strategie voll auf. Die von ihm gemanagten Fonds, der auf absolute Erträge ausgerichtete Jupiter Strategic Absolute Return Bond (IE00BLP58H90) und der etwas offensivere Merian Global Dynamic Bond (IE0031386414), schreiben im Jahr 2022 schwarze Zahlen, während das Gros der Konkurrenz auf ungewöhnlich hohen Verlusten sitzt.

„Der Rückgang der Fundamentaldaten der Industrieländer aufgrund der Energiekrise bedeutet relativ gesehen, dass die Fundamentaldaten der Schwellenländeranleihen steigen. Daher bevorzugen wir hier Long-Positionen und halten Short-Positionen in Unternehmensanleihen der Industrieländer, die durch das vergangene hoch liquide Umfeld enorm gestützt wurden“, erklärt Nash. Derzeit gewichtet er Währungen rohstoffproduzierender Länder sowie den US-Dollar über.

Short ist er hingegen in den Ländern, deren Handelsbilanzen durch die teuren globalen Ressourcen geschädigt werden. Während er beim US-Dollar aufsteigende Notierungen setzt, ist er beim Euro und dem Britischen Pfund auf der Shortseite. Der bereits im April 2002 aufgelegte Merian Global Dynamic Bond Fund liefert sowohl auf kurze wie auch lange Sicht überzeugende Ergebnisse. In diesem Jahr liegt das Plus bei 17 Prozent, wobei der starke US-Dollar hilfreich war. In den vergangenen 15 Jahren konnten Anleger des Fonds im Durchschnitt stattliche 7 Prozent Rendite pro Jahr einfahren.

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Noch einen Tick besser schneidet der im Jahr 2015 aufgelegte T.Rowe Price Dynamic Global Bond (LU1216622131) ab. Der Fonds der amerikanischen Fondsschmiede aus Baltimore setzt mit einem Plus von 23 Prozent seit Jahresbeginn ein Achtungszeichen. Manager Arif Hussain verfolgt drei zentrale Ziele, die für ihn gleich wichtig sind: zuverlässige Renditen, Kapitalerhalt und Risikomanagement durch Diversifikation. Um diese Ziele zu erreichen, greift er auf umfassende Research- und Fundamentalanalysen zurück. Im Anlageprozess verbindet Hussain Bottom-up- und Top-down-Ansätze. Für Anleihen aus den Industrieländern ist der T.-Rowe-Price-Manager weiterhin skeptisch, insbesondere für Firmenanleihen aus Europa. „Unsere Short-Positionen im Vereinigten Königreich und in Kanada legten zu, während Long-Positionen in Südkorea und Neuseeland gegen uns arbeiteten“, so der Manager, der wie sein Jupiter-Kollege in Erwartung fallender Notierungen darauf wetten kann.

 
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