Christian Bender ist Fondsmanager des Rentenfonds Hansainternational

Christian Bender ist Fondsmanager des Rentenfonds Hansainternational

Fremdwährungsanleihen

„Im Rentenumfeld spricht auch 2015 vieles für US-Dollar-Papiere“

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Zinsanlegern sollten die Chancen an den internationalen Bondmärkten nutzen und dabei breit streuen. Im Segment der Schwellenländer-Anleihen werden 2015 Anlageregionen wie die Türkei und Mexiko stärker in den Fokus rücken.

In den zurückliegenden Monaten waren die Rentenmärkte vor allem von den Interventionen der führenden Notenbanken geprägt. So senkte die chinesische Zentralbank die Leitzinsen.

Die Bank von Japan weitete ihre Anleihekäufe aus und die Europäische Zentralbank (EZB) bekräftigte, sie werde ihre expansive Geldpolitik wenn nötig weiter ausdehnen. In diesem Umfeld bleiben Dollar-Bonds unser Favorit. Für die US-Leitwährung sprechen das höhere allgemeine Zinsniveau und die besseren Konjunkturaussichten in Nordamerika.

Der Anteil von US-Dollar-Papieren haben wir beim Hansainternational bereits Anfang 2014 auf über 30 Prozent erhöht. Das Ergebnis lässt sich in der Wertentwicklung des Rentenfonds ablesen: In den zurückliegenden 12 Monaten legte der um rund 7,87 Prozent zu, obwohl das Portfolio mit einer Volatilität von 3,73 Prozent unterdurchschnittlich schwankte und geringere Laufzeiten-Risiken eingegangen wurden als im Marktdurchschnitt (Stand: 1. Dezember 2014).

Das allgemein rückläufige Zinsniveau und unsere Auswahl an Zinspapieren aus anderen Staaten in Übersee leisteten weitere Beiträge zur Performance. Als erfolgreich erwiesen sich unter anderem das Engagemen des Fonds in Australien und in Neuseeland. In beiden Staaten zogen die Währungen an; außerdem wurden hohe Zinskupons gezahlt.

Favoritenwechsel in den Schwellenländern

Unsere Positionen in Brasilien legten 2014 ebenfalls prozentual zweistellig zu. Mit Blick auf die Schwellenländer sehen wir zukünftig allerdings andere Märkte im Vorteil: Es gibt zahlreiche Staaten, die im Gegensatz zu Brasilien von den stark gesunkenen Ölnotierungen profitieren. Hierzu zählt unter anderem die Türkei, die zu den Netto-Importeuren des Energierohstoffs zählt.

Gute Perspektiven für Anleger sehen wir auch in Mexiko. Das Land treibt die Privatisierung staatlicher Unternehmen voran und zieht Vorteile aus seiner geografischen Nähe zur derzeitigen Konjunkturlokomotive USA.

Unsere Bestände an russischen Anleihen haben wir dagegen weitestgehend abgestoßen. Ein Ende der Ukraine-Krise könnte uns allerdings zum Umdenken veranlassen. Einigt sich die Führung in Moskau mit den westlichen Ländern, könnte dies der Auslöser für eine starke Kursrallye sein. EZB gewährleistet Stabilität im Euroraum

Die Rallye an den Anleihemärkten in Südeuropa beobachten wir indessen mit Skepsis. Eurotitel aus Italien und Spanien mit 10-jähriger Restlaufzeit werfen zurzeit weniger ab als entsprechende US-Treasuries, trotz ungünstigerer volkswirtschaftlicher Eckdaten. Der Hansainternational hielt einige dieser Papiere, hat diese Position aber nicht weiter ausgebaut.

Als Vorbote einer neuerlichen Eurokrise möchten wir unsere Haltung allerdings nicht verstanden wissen. Wir sind zuversichtlich, dass die Europäische Zentralbank ihr Euro-Haus weiterhin im Griff hat und auch künftigen Unsicherheiten wirkungsvoll begegnet. Dies gilt auch für eine mögliche weitere Zahlungskrise Griechenlands, die vermutlich keine ernsthaften Ansteckungseffekte mehr auslösen wird. Für 2015 sehen wir insgesamt moderat steigende Bondrenditen im Euroraum, bei konstanten Risikoaufschlägen für Peripherieanleihen.

Schwankungsarme und positive Renditen als Ziel

Der Hansainternational engagiert sich zurzeit in 16 unterschiedlichen Währungsräumen. Euro- und US-Dollar-Titel bilden dabei mit einem Portfolioanteil von etwa drei Vierteln den eindeutigen Schwerpunkt; weitere Währungen werden als Satelliten-Investments beigemischt.

Mit dieser Ausrichtung werden wir vermutlich auch ins erste Quartal 2015 starten. Wir sehen den US-Dollar bis Ende 2015 weiter erstarken. Nach einem Anstieg der Kurzfristzinsen könnte er sich eine weitere Aufstockung im Dollar vorstellen. Dabei ziehen wir auch Unternehmensanleihen internationaler Konzerne in Erwägung, die Schuldtitel in der US-Währung begeben. Darüber hinaus bieten sich auch in Skandinavien aktuell Einstiegsgelegenheiten. Welche Portfoliotransaktionen genau anstehen, unterliegt aber auch taktischen Erwägungen.

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