Frist verstrichen

Argentinien ist pleite

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Seit Mitternacht (sechs Uhr deutscher Zeit) ist Argentinien pleite - zum zweiten Mal seit 2001. Die Ratingagentur S&P wertete Argentiniens Bonität auf "SD“ ab. Das ist die vorletzte Stufe der Rating-Skala, sie steht für "Selected Default", also "partiellen Zahlungsausfall".

Grund sind die Forderungen einer Gruppe von Hedgefonds um den Manager Paul Singer, die die Regierung in Buenos Aires nicht erfüllen wollte. Nach einem Urteil des Bezirksgerichts Manhattan musste Argentinien bis zum 30. Juli 1,33 Milliarden US-Dollar plus Zinsen an die Hedgefonds zahlen.

Diese Summe könnte Argentinien zwar aus ihren Währungsreserven begleichen. Doch täte sie das, hätte es für das Land weitreichende Folgen. Denn nach dem Staatsbankrott 2001 stimmte eine Mehrzahl der Gläubiger einem Schuldenschnitt zu. Im Gegenzug bekamen sie eine spezielle Klausel, die Nachbesserungen für den Fall vorsieht, dass die unwilligen Anleger ein besseres Angebot bekommen. Genau das wäre der Fall, würde Argentinien jetzt die Hedgefonds in voller Höhe abfinden. Die Kosten dafür beziffert die Regierung auf 120 Milliarden Dollar.

In den vergangenen Tagen traf sich die argentinische Delegation, angeführt von Finanzminister Axel Kicillof, mit den Hedgefonds-Vertretern in New York. Doch die Verhandlungen verliefen ergebnislos. "Wir werden kein Abkommen unterzeichnen, das die Zukunft Argentiniens kompromittieren würde“, erklärte Kicillof.

Die Auswirkungen der Argentinien-Pleite auf die internationalen Finanzmärkte werden sich wohl in Grenzen halten. Davon sind die meisten Finanzexperten überzeugt. Für die argentinische Bevölkerung hingegen dürfte die Staatspleite gravierende Folgen haben. Es drohen Inflation, Währungsschwäche und Unruhen - also Zustände, die das Land bereits im Jahr 2001 erlebte.

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