Lesedauer: 3 Minuten

Frontier Markets Das sind die drei vielversprechendsten Grenzmärkte

“In diesen Ländern ist eine Explosion der Bauaktivitäten zu sehen, die an das erinnert, was man in den 2000er Jahren in China beobachten konnte - als sie Hochgeschwindigkeitszüge, Flughäfen und die ganze neue Infrastruktur schufen, die das Innere des Landes erschloss”, sagte Arjuna Mahendran, der Investmentchef der Vermögensverwaltungssparte bei der in Dubai beheimateten Bank Emirates NBD PJSC.

Der Aktienindex-Anbieter MSCI Inc. trifft Entscheidungen dazu, ob ein Markt zu einem Grenzland oder einem Schwellenland gehört, anhand einer Vielzahl von Kriterien. Dazu zählen etwa das Handelsvolumen, Beschränkungen für ausländische Investoren, Unternehmenskultur sowie Stabilität mit Blick auf Währungen und Politik. Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate sind inzwischen so weit, dass MSCI in Aussicht stellte, die Länder im Mai auf Schwellenmarkt heraufzustufen.

Das Ranking von Bloomberg zieht ebenfalls verschiedene Faktoren heran - etwa Prognosen zum Wirtschaftswachstum in den kommenden beiden Jahren und wie leicht es ist, in dem Land Geschäfte zu tätigen.
Die Volkswirtschaft von Saudi-Arabien, die größte im Nahen Osten, wuchs in den zehn Jahren bis zum 31. Dezember 2013 im Durchschnitt in einem Tempo von 5,9 Prozent - was über dem Plus von 3,8 Prozent weltweit lag, wie Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) belegen.

Katar wird laut IWF-Prognosen in diesem Jahr mit plus 5 Prozent wahrscheinlich am schnellsten wachsen, während bei Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einer Expansion von rund 4 Prozent gerechnet wird.
Grenzländer waren in 2013 profitabler für Investments als Schwellenländer - ein Trend, der laut Analysten wohl anhalten dürfte. Der MSCI Frontier Markets Index kletterte 2013 um 21 Prozent. Er entwickelte sich damit um 26 Prozentpunkte besser als der MSCI Emerging Markets Index. Das ist der größte Abstand seit dem Jahr 2005.

Gleichzeitig stiegen die Unternehmensgewinne in den 26 Ländern, aus denen sich der Frontier Index zusammensetzt, auf das höchste Niveau in fünf Jahren. Zum Vergleich: Die Gewinne der Konzerne im Emerging Index - der von Brasilien, Russland, Indien und China dominiert wird - befinden sich noch immer 11 Prozent unter ihrem Hoch von 2011.

Schwellenländer waren in den vergangenen Wochen unter Druck geraten - ausgelöst von Anzeichen für eine konjunkturelle Abschwächung in China, politischen Unruhen in der Türkei und in anderen Ländern und Andeutungen der Federal Reserve, sie werde ihre lockere Geldpolitik zurückfahren.

Zu einem gewissen Grad waren die Schwellenländer der Fed- Entscheidung ausgeliefert, ihre Anleiheaufkäufe zu reduzieren. Die sich abzeichnende Straffung der US-Notenbank veranlasste viele Investoren, aus risikoreicheren Märkten zu fliehen. Solche Makro-Effekte hatten allerdings weniger Auswirkungen auf die Grenzmärkte, meinte Sean Wilson, Investmentchef bei LR Global Partners in New York.

“In diesen Märkten zählen eher das lokale Konsumwachstum, Infrastrukturausgaben und Reformen, der sich verbreiternde und vertiefende Finanzsektor”, erklärte er. “Wenn man sich jedes einzelne dieser Länder ansieht, dann gibt es einige inländische Infrastruktur-Engagements, die die Wirtschaft antreiben.”

Es gibt aber auch Risiken in Grenzmärkten. Schlechte Zeiten kommen hier öfter als in Schwellenländern, warnte Andy Brown, Vermögensverwalter bei Aberdeen Asset Management Plc in London. Ein Problem ist die geringe Größe der Märkte. Im Dezember wechselten rund 6,2 Mrd. Dollar an Aktien aus Dubai den Besitzer, verglichen mit 613 Mrd. Dollar an chinesischen Titeln. Das zeigen Daten von Bloomberg News.

“Vom Liquiditäts-Standpunkt muss man eher langfristig eingestellt sein, wegen der hohen Kosten beim Handel”, sagte er. “Die Märkte sind relativ dünn. Man will wirklich nicht regelmäßig ein- und aussteigen. Es kann mit Sicherheit turbulent sein.”
Mehr zum Thema