Lutz Hering, Gesellschafter des Dresdner Vermögensverwalters Damm|Rumpf|Hering

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Frontier Markets

Keine Angst vor Außenseitern

Auch 2014 setzt sich das Bild aus dem Jahr 2013 fort. Frontier Markets (FM) schaffen gegenüber Emerging Markets (EM) eine klare Outperformance sowohl bei Anleihen als auch bei Aktien.

Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Zum einen hat im letzten Jahr die Wachstumsstory der EM einige Kratzer bekommen. Das Wachstum hat etwas an Dynamik verloren und konnte die Schwächen einzelner Länder in Bezug auf Inflation und politische Risiken nicht mehr übertünchen.

Besonders in China kostet die aktuelle Transformation von der „verlängerten Werkbank der Welt“ hin zum größten Binnenmarkt der Welt Wachstum. Deshalb werden Investoren sich längerfristig eher an 7 bis 8 Prozent Wachstum gewöhnen müssen. Dieses Wachstum ist dann aber nachhaltiger und unabhängiger von der weltweiten Konjunktur.

Die Story der EM ist also nicht vorbei, hat aber etwas an Fahrt verloren. Da aber der Glaube an die „Unbesiegbarkeit“ der EM in den letzten Jahren schon eher sektenartige Züge in der Anlegerschaft hatte, ist die Enttäuschung natürlich groß.

Fast jeder weltweit anlegende Investor hatte die EM allokiert als scheinbar solideren Gegenpart zu den in Schwierigkeit geratenen Industriestaaten. Wachstumsdellen der Schwellenländer ist niemand mehr gewohnt und werden scheinbar nicht toleriert.

Anders bei den Frontier Markets: Im Gegensatz zu den EM glänzen sie aktuell mit starken Wirtschaftsdaten. Aber das Zutrauen zu Ländern wie Ägypten, Kasachstan oder Nigeria scheint bei den Anlegern eher wenig ausgeprägt zu sein. Die wenigsten sind investiert.

Deshalb bleibt der große Ausverkauf hier aus, wenn Investoren wieder einmal der Meinung sind, Kasse zu machen und per Knopfdruck ihr Geld rund um den Erdball abziehen.

Sicherlich sind die FM aktuell ein Nischenmarkt, aber eben auch ein Markt, in welchen wenig Geld fließt. Für große Investoren, welche auf Marktkapitalisierung achten müssen also eher uninteressant. Für Privatanleger aber vielleicht eine Chance den „Großen“ einen Schritt voraus zu sein.

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