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Frühe Früchte der Anleihekäufe

Draghi wird Hoffnung auf baldiges QE-Ende begraben

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In der sechsten Woche seines 1,1 Billionen Euro schweren Wertpapier-Kaufprogramms, mit dem die Inflation im Euroraum aus ihrer Flaute herausgeholt werden soll, wird sich der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt wahrscheinlich der Frage stellen müssen, was geschehen wird, falls die quantitative Lockerung bereits vor dem vorläufigen Endtermin im September 2016 Früchte tragen sollte.

Draghis Herausforderung besteht darin, die Entschlossenheit der Währungshüter glaubhaft zu vermitteln, die unkonventionelle Unterstützung erst dann zu entziehen, wenn sie sicher sind, dass die Wirtschaft auf eigenen Beinen stehen kann.

Die EZB kann bereits frühe Erfolge vorweisen. So wurde das erste monatliche QE-Kontingent von 60 Milliarden Euro erreicht, und bei der Kreditvergabe setzte nach fast drei Jahren mit Rückgängen wieder eine Belebung ein.

Die Investoren können die Fortschritte allerdings wieder aus der Bahn werfen, wenn sie glauben, dass die Impulse früher als erwartet zurückgeschraubt werden. Das bedeutet: Draghi muss die Idee herunterspielen, dass das Programm seiner eigenen Effektivität erliegen könnte.

„Draghi befindet sich in einer Situation, in der er das positive Signal der Daten damit in Einklang bringen muss, dass die Erwartung, sie würden QE frühzeitig stoppen, eingedämmt bleibt“, sagte Nick Matthews, leitender Europa-Ökonom bei Nomura International in London. „Er wird bekräftigen, dass es ein langer Weg ist und dass sie gerade erst angefangen haben und dass sie Ruhe bewahren und weitermachen müssen.“

Da die Leitzinsen am heutigen Mittwoch wahrscheinlich unverändert auf ihren Rekordtiefs bleiben werden - wohl auch auf absehbare Zeit - wird Draghi von den Journalisten über den Verlauf der quantitativen Lockerung befragt werden. Die EZB wird ihre Zinsentscheidung um 13.45 Uhr in Frankfurt bekanntgeben, und Draghi hält 45 Minuten danach eine Pressekonferenz ab.

„Es ist die Ironie des QE der EZB, dass auf die Zweifel und Kritik jetzt nach nur einem erfolgreichen Monat die ersten Spekulationen auf eine Drosselung der Bondkäufe folgen“, sagte Carsten Brzeski, Chefökonom bei der ING-DiBa in Frankfurt. „Falls die Erholung in den kommenden Monaten wirklich nachhaltig wird, erwarten wir, dass Draghi die Produktionslücken und hohe Arbeitslosigkeit stärker betonen wird, um QE bis ganz zum Schluss zu rechtfertigen.“

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