FT Big Sports

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Für Sportfans herrscht derzeit Hochsaison: Fußballfans feuern die deutschen Damen bei der Frauenfußball-WM in China an und alle fiebern der Olympiade 2008 in Peking entgegen. Auch Omar Abu Rashed ist Sport-Fan. Aber er drückt nicht nur den Sportlern die Daumen, sondern auch den Geldgebern der großen Wettkämpfe. Denn mit seinem FT Big Sports (WKN: A0D 95Z) von Frankfurt-Trust investiert er weltweit in Sport-Sponsoren.

"Unternehmen, die sportliche Großereignisse als Sponsor präsentieren, rücken verstärkt in den Blickpunkt des Verbrauchers“, sagt Rashed. Dadurch steige der Bekanntheits- und Imagewert der Firmen, ihre Produkte und Dienstleistungen verkauften sich besser, die Umsätze stiegen – und das käme letztlich den Aktienkursen zugute. Dabei setzt Rashed im Wesentlichen auf vier Ereignisse: Die Olympischen Sommer- und Winterspiele sowie die Fußball-Europa- und Weltmeisterschaft.

Trotz der speziellen Sponsoren-Strategie unterscheidet sich Rasheds Portfolio auf den ersten Blick kaum von denen herkömmlicher globaler Aktienfonds: Seine Top-Positionen Coca-Cola, Mc Donald`s, Swatch und Samsung gehören in dieser Gruppe zum Standard-Repertoire. „Der Unterschied ist, dass ich die regionalen Gewichte viel häufiger verschiebe als ein globaler Aktienfonds“, sagt der Manager. Denn mit den Werten in seinem Portfolio ziehe er gewissermaßen den sportlichen Großereignissen rund um den Globus hinterher.

So hatten deutsche Unternehmen bei der Auflage des Fonds am 24. August 2005 ein Gewicht von 18 Prozent – wegen der damals bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Derzeit fährt Rashed diesen Anteil nach und nach auf rund 10 Prozent herunter. Wegen der Olympiade 2008 in Peking wechselt er stattdessen chinesische Werte wie die Haier Electronics Group, Bank of China, China Petroleum und China Mobile ein.

Im Unterschied zum Anlageuniversum eines globalen Aktienfondsmanagers ist Rasheds winzig: Es umfasst nur etwa 60 Werte mit großer Marktkapitalisierung. Der Kern davon – etwa 35 Unternehmen – sind internationale Konzerne, die bei jedem Sportereignis als Sponsor dabei sind. „Das sind vor allem US-Konsumwerte und japanische Elektronikkonzerne. Die sind daher immer stark im Portfolio vertreten“, sagt der Manager. Den Rest bilden regionale Unternehmen, die Rashed nur in Betracht zieht, wenn sie einen Wettkampf in ihrer Region unterstützen.

Der Manager investiert in die Sponsoren etwa ein Jahr, bevor das jeweilige Ereignis stattfindet. Im Anschluss an den Wettkampf hält er die entsprechenden Aktien etwa drei bis zwölf Monate. Das entspreche dem Zeitraum, in dem die positive Ausstrahlung des Sponsorings anhalte.

Im Wettkampf mit anderen globalen Aktienfonds hat sich der FT Big Sports bislang überdurchschnittlich gut geschlagen. Seit seiner Auflage erzielte er nach Angaben des Datenanbieters Eurofonds einen Wertzuwachs von 27,4 Prozent (Stichtag 19. September). Der Vergleichsindex MSCI Welt brachte es im selben Zeitraum auf 22,3 Prozent, globale Aktienfonds insgesamt auf 23,5 Prozent. Auch auf Jahressicht liegt der Fonds mit einem Plus von 14,3 Prozent vor der Gruppe mit 10,9 Prozent und dem Index mit 8,7 Prozent.

Trotz der guten Wertentwicklung und der Fußball-Euphorie im vergangenen Jahr steht der Fonds bei den Anlegern bislang im Abseits. Seit seiner Auflage ist er bis heute nicht über 6 Millionen Euro Volumen hinausgekommen. Da ist es normalerweise nur eine Frage der Zeit, bis für den Fonds Abpfiff sein sollte. Allerdings soll der FT Big Sports der Fondsgesellschaft zufolge auf jeden Fall in die Verlängerung gehen – mindestens bis zu den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking.

Der Fonds hat einen Ausgabeaufschlag von 5 Prozent. Die jährlichen Verwaltungskosten betragen 1,25 Prozent.

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