Führungskräfte-Studie: Kontrolle ist schlechter

Die meisten Führungskräfte aus der Finanzbranche gehen davon aus, dass Mitarbeiter, die Freiräume bei der Ausübung ihrer Aufgaben bekommen, mit ihrem Job besonders zufrieden sind. Auch das partnerschaftliche Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Führungskräften sowie regelmäßiges Feedback der Führungsetage an die Angestellten spielen für Banken- und Versicherungs-Manager eine wichtige Rolle.

Das geht aus der aktuellen Studie HR Report 2011 des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) hervor, die im Auftrag des Personaldienstleisters Hays durchgeführt wurde. Dabei befragten die Forscher insgesamt 439 Führungskräfte aus Organisationen unterschiedlicher Größen und Branchen im deutschsprachigen Raum, darunter 50 aus dem Finanzbereich.

Banken und Versicherungen haben meist starre Hierarchien

Obwohl nach Meinung vieler Manager flache Hierarchien für die Mitarbeiterzufriedenheit sehr wichtig sind, sieht die Realität oft anders aus. Denn wie die Studienergebnisse zeigen, sind Banken und Versicherungen insgesamt noch sehr stark hierarchisch strukturiert. So geben fast zwei Drittel der Befragten aus dem Finanzbereich an, dass die Kommunikation in ihren Unternehmen von oben nach unten stattfinde. Nur 16 Prozent sehen das nicht so. Bei den Nicht-Finanzunternehmen geben lediglich 42 Prozent eine Kommunikation von oben nach unten an.

Auch die Mitarbeiterbindung lässt sich nach Überzeugung vieler Bank- und Versicherungs-Manager am besten durch das Gewähren von Freiräumen erreichen: Rund drei Viertel der Befragten nenne flexible Arbeitszeitmodelle als ein wirksames Instrument der Mitarbeiterbindung. Genauso wichtig finden sie auch gutes Betriebsklima.

Als weitere Instrumente nennen sie Gesundheitsförderung und Sozialbetreuung, die vor allem bei älteren Arbeitnehmern Wirkung zeigen. Um jüngere Mitarbeiter an ein Unternehmen zu binden, sprechen sich die Befragten der Finanzbranche insbesondere für Entwicklungsperspektiven und attraktives Gehalt aus.

Klassische Stellenanzeigen haben ausgedient

Suchen deutsche Banken und Versicherungen nach neuen Mitarbeitern, nutzen sie vor allem Jobportale im Internet: 84 Prozent der befragten Personalverantwortlichen aus dem Finanzbereich nutzen derartige Webangebote als Hauptmedium für ihre Rekrutierungen. An zweiter Stelle folgt mit 68 Prozent der Antworten die eigene Homepage. Nur noch jedes zweite Finanzunternehmen setzt dagegen auf klassische Stellenanzeigen. Headhunter und Personaldienstleister sowie interne Mitarbeiterempfehlungen spielen bei Banken und Versicherungen darüber hinaus eine deutlich wichtigere Rolle als in anderen Branchen.

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