Führungsspitze angeklagt

Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen im Sal.-Oppenheim-Prozess

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Haftstrafen für alle vier angeklagten ehemaligen persönlich haftenden Gesellschafter – das fordert die Staatsanwaltschaft im Prozess um die Kölner Traditionsbank Sal. Oppenheim. Die angeklagte Führungsspitze der Bank, Matthias Graf von Krockow, Christopher Freiherr von Oppenheim, Dieter Pfundt und Friedrich Carl Janssen habe sich der gemeinschaftlich begangenen schweren Untreue schuldig gemacht, lautet die Anklage.

Die ehemaligen Entscheidungsträger des Bankhauses Sal. Oppenheim hatten sich bei finanziellen Rettungsversuchen um den ehemaligen Karstadt-Mutterkonzern Acandor grob regelwidrig verhalten. Sie hätten eigenmächtig und zu risikoreich gehandelt und dabei Kunden, Bankaufsicht und Aktionäre bewusst im Unklaren gelassen, wird den Beteiligten zu Last gelegt.

Das höchste Strafmaß hat der ehemalige Risikomanager Friedrich Carl Janssen zu befürchten. Die Ankläger sehen in ihm den zentralen Entscheidungsträger der Bank, der bis zuletzt keine Anzeichen von Reue gezeigt habe. Für den ehemaligen Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter, Matthias Graf von Krockow, werden drei Jahre und drei Monate Haft gefordert. Als strafverschärfend bewerteten die Ankläger persönliche Interessen als Motiv, positiv schlägt für von Krockow ein Geständnis zu Buche.

Ebenfalls geständig war der in den Justizfall verstrickte Familiennachfahre Christopher Freiherr von Oppenheim, für den zwei Jahre und acht Monate gefordert werden. Für den ehemaligen Investmentbankchef von Sal. Oppenheim Dieter Pfundt fordert die Staatsanwaltschaft zwei Jahre und zehn Monate Gefängnis. Der in dem Verfahren ebenfalls angeklagte ehemalige Immobilienentwickler bei Sal. Oppenheim Josef Esch soll nach Willen der Staatsanwaltschaft wegen Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz eine Geldstrafe von 418 500 Euro zahlen.

Mit einem Urteil im Sal.-Oppenheim-Verfahren ist Ende Juni zu rechnen.

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