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Blick in den Spirituosen- und Lebensmittel-Laden von Karl Albrecht in Essen im Jahr 1930, mit dem der Grundstein für Aldi gelegt wurde: Auch kleinere Familienbetriebe müssen die Nachfolge gut planen. | © Getty Images

Fünf häufige Fallstricke Wie Maklerbetriebe Konflikte bei der Nachfolge vermeiden

Ein Patentrezept für den erfolgreichen Generationswechsel im Maklerunternehmen gibt es nicht. Zu individuell und speziell sind die jeweiligen Merkmale, die eine Unternehmerfamilie und ihr Familienunternehmen ausmachen. Auf dem Weg zur erfolgreichen Unternehmensnachfolge im Maklerbetrieb gibt es eine Vielzahl von Fallstricken. Die fünf häufigsten sind:

1. Die Nachfolge wird zu spät angegangen, der richtige Zeitpunkt zur Übergabe verpasst

Die konkrete Nachfolge, also operative Übergabe der Geschäftsleitung, kann nur erfolgreich sein, wenn der Senior und der Nachfolger „ihre Hausaufgaben gemacht haben“. Dabei geht es um die Klärung folgender Kernfragen:

Carola Jungwirth

Bild: Makler Nachfolger Club

Hat der designierte Nachfolger bereits genügend Kompetenz, um die Geschäftsführung zu übernehmen?

Den „fertig gebackenen“ Nachfolger gibt es nicht. Vielleicht benötigt er noch Weiterbildungen, Führungs- oder Budgetverantwortung, um ein Maklerunternehmen selbständig führen zu können.  Das braucht eine ehrliche Reflektion, Planung und Zeit. Ist das nicht gegeben, besteht die Gefahr, das Maklerunternehmen zu schwächen oder gar zu gefährden.

Ist der Senior bereit, sein Maklerunternehmen zu übergeben?

Für den Senior ist der Nachfolgeprozess auch ein Prozess des persönlichen Loslassens. Auch das braucht Zeit. Viele Unternehmer verweilen im Maklerunternehmen, weil sie keinen „Plan B“ haben, wie ihr Leben ohne das Leiten des Familienunternehmens aussehen könnte. Das verzögert die Nachfolge und ist aus unternehmerischer Sicht nicht die beste Lösung: Wenn der Unternehmer das Maklerunternehmen erst mit 80 Jahren verlässt, dann wird sein familiärer Nachfolger aller Wahrscheinlichkeit nach, auch bereits das 50. Lebensjahr überschritten haben. Das lange Warten nimmt dem Nachfolger Energie und Autorität und blockiert neue unternehmerische Impulse, die dem Familienunternehmen förderlich sein könnten.

2. Die Wahrung des Familienfriedens ist kein Garant für unternehmerischen Erfolg

Der Name ist Programm: In einem Familienunternehmen steckt auch Familie. Eine Familie ist im Gegensatz zu einem Maklerunternehmen nicht auf Erfolg und Gewinnmaximierung ausgerichtet, sondern auf Liebe und Harmonie. So ist es aus menschlicher Sicht absolut nachvollziehbar, dass Eltern ihre Kinder gleich behandeln wollen: Wenn Kinder sich gleich behandelt fühlen, fühlen sie sich auch gleich geliebt. Das ist ein Garant für den innerfamiliären Frieden und Harmonie, jedoch im unternehmerischen Kontext kein Garant für Erfolg. Aus dem familiären Harmoniestreben heraus, werden in Familienunternehmen mitunter Entscheidungen getroffen, welche die Handlungsfähigkeit des Maklerunternehmens gefährden können.

Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Kind als Nachfolger ausgewählt wird, das offensichtlich für die Geschäftsführerrolle nicht geeignet ist – und niemand will es aussprechen. Oder auch dann, wenn ein Familienmitglied die Nachfolge nur aus Pflichtgefühl und Loyalität antritt, obwohl es sich eigentlich einen anderen Berufsweg wünscht.

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