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Goldene Investmentregeln Fünf praktische Tipps für deine Investments

Weihnachten an der Wall Street
Weihnachten an der Wall Street: Wenn Börsenneulinge einige grundlegende Tipps berücksichtigen, können sie mit ihren Investments der Inflation ein Schnippchen schlagen | Foto: Imago Images / ZUMA Wire

Gerade in Deutschland gilt: Über Geld spricht man nicht. Das hat sich zuletzt jedoch geändert. Der Grund: Die Inflation ist zurück – und zwar mit voller Wucht. Im November lag die Teuerungsrate bei 5,2 Prozent und damit so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Schlimmer noch: Viele Experten gehen davon aus, dass sie längerfristig auf einem erhöhten Niveau bleiben wird.

Je höher die Inflationsrate, desto teurer ist der Einkauf im Supermarkt – und desto stärker verliert das Ersparte mit der Zeit an Kaufkraft, wenn du es unverzinst auf dem Konto liegen lässt. Um dir eine Vorstellung zu geben, gehen wir einmal von 5 Prozent Inflation über die kommenden zehn Jahre aus. In diesem Fall haben die 10.000 Euro, die du aktuell auf dem Sparbuch hast, nach Ablauf der Zeit nur noch eine Kaufkraft von aus heutiger Sicht rund 6.000 Euro.

Inflation frisst das Vermögen auf

Doch selbst wenn es nicht zu dieser – zugegeben – langfristig sehr hohen Teuerung kommt: Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2,5 Prozent bis 3 Prozent an. Das ist ein höherer Wert, als wir ihn in den in den vergangenen zehn Jahren hatten. Selbst in diesem Fall dürften deine 10.000 Euro in zehn Jahren eine Kaufkraft haben, die weniger als derzeit 8.000 Euro – genauer gesagt 7.763,30 Euro – entspricht.

So unschön die hohe Inflation ist, ein Gutes hat sie: Es wird wieder über Geld gesprochen – und viele Anleger denken über ein Investment am Kapitalmarkt nach. Denn anders lassen sich kaum Renditen oberhalb der Inflationsrate erwirtschaften. Und nur so lassen sich der Kaufkraftverlust vermeiden und das Vermögen mehren.

Damit dir der Einstieg am Kapitalmarkt gelingt, habe ich hier 5 wichtige Tipps für dich:

  1. Die Demokratisierung der Geldanlage: Heutzutage kann jeder, unabhängig von seinem Alter und seinen finanziellen Kenntnissen, sein Geld mit Hilfe von einfachen und intuitiven Tools anlegen. Waren Investments vor einigen Jahren nur für Menschen mit finanziellen Vorkenntnissen oder Private-Banking-Kunden mit sehr hohen Mindestanlagebeträgen zugänglich, so ist die Situation heute völlig anders.
  1. Das Alter spielt eine Rolle: Du hast dich entschlossen, Geld anzulegen? Dann musst du entscheiden, wann du damit anfangen willst. Es gilt: Je früher, desto besser. Warum? Nun, je jünger du bist, desto mehr kannst du von der Multiplikationskraft des Zinseszinses profitieren. Dabei handelt es sich um nichts anderes als um die Zinsen, die dem Anfangskapital hinzugefügt werden und auf die neue Zinsen anfallen. Mit anderen Worten: Wenn du im Alter von 30 Jahren 1.000 Euro in ein Finanzprodukt investierst, das dir eine jährliche Rendite von 5 Prozent bietet, und außerdem monatlich 100 Euro einzahlst, hast du nach 10 Jahren 13.000 Euro selbst eingezahlt und ein Gesamtguthaben von 17.477 Euro. Hättest du dagegen in diesen zehn Jahren nichts eingezahlt und nur die 1.000 Euro investiert, hätte deine Rendite bei 628,89 Euro gelegen. Es ist also wichtig, schon früh kleine Beträge zu investieren, die Investitionen im Blick zu behalten, das Portfolio im Laufe der Zeit anzupassen und aus den Fehlern zu lernen, die du zweifellos machen wirst.
  1. Kenn dein Risikoprofil: Einer der wichtigsten Aspekte im Anlageuniversum ist der Zeithorizont einer Investition, das heißt, wann wir das investierte Geld zurückerhalten wollen. Man kann von einem Fonds nicht in einem Jahr die gleiche Rendite verlangen wie in fünf oder zehn Jahren. Je schneller wir unser Geld zurückbekommen wollen, desto weniger Schwankungen und Risiko können wir tragen. Neben der Zeit müssen wir auch über die Anlageziele nachdenken und darüber, wie viel Risiko wir bereit sind, im Gegenzug für die angestrebte Rendite einzugehen. Bei uns wird das Risikoprofil durch einen Eignungstest bewertet, der uns hilft, die am besten zum Kunden passende Anlagestrategie anzubieten – je nach seiner Risikobereitschaft.
  1. Die goldene Regel: Diversifizieren. Das heißt: Nicht alles auf eine Karte setzen. Wenn eine Investition schief geht, können die anderen den Verlust ausgleichen. Diversifizierung bedeutet nicht nur, Anteile an verschiedenen Unternehmen zu haben, sondern auch in verschiedenen Sektoren, Ländern, Märkten und Arten von Vermögenswerten investiert zu sein. Um es deutlich zu machen: Wenn du 100 Euro in das Unternehmen „X“ investierst und es bricht zusammen, verlierst du dein gesamtes Geld. Hättest du jedoch das gleiche Geld in neun andere Unternehmen investiert, anstatt dich für ein einziges zu entscheiden, hättest du höchstwahrscheinlich den größten Teil deines Geldes behalten. Die Moral von der Geschichte? Je größer die Diversifizierung, desto geringer das Risiko, da es breiter gestreut ist.
  1. Begib dich in die Hände eines Experten und lass dich beraten: Du wirst nicht immer alles kontrollieren können. Vielleicht gehörst du zu denjenigen, die nie einen Newsletter mit Finanznachrichten verpassen. Das bedeutet aber nicht, dass deine Anlageentscheidungen immer die richtigen sind. Um Überraschungen zu vermeiden, solltest du herausfinden, was du tun möchtest und welche Risiken damit verbunden sind. Sei nicht schüchtern und frag nach!