Themen
TopThemen
Fonds
Fondsanalyse
Mediathek
Märkte
Finanzberatung
Versicherungen
Boulevard
Experten
Denker der Wirtschaft
Krypto
Services
Academy Newsletter Veranstaltungskalender Finanz-Charts Globale Märkte Krypto-Kurse (in Echtzeit) Währungen (in Echtzeit)

Für den schönen Schein: Investmentbanker-Studie

//
Die Top-Investmentbanker von großen internationalen Finanzhäusern sind chronisch überbezahlt, so die allgemein verbreitete Meinung. Das belegen auch Studien wie zum Beispiel die von Ahmad Ismail von der Universität der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Forscher rund um Ismail fanden heraus, dass renommierte Investmentbanken bei Fusionen und Übernahmen für ihre Firmenkunden schlechtere Konditionen aushandeln konnten als kleinere Geldhäuser.

Wie eine neuere Studie nun ergeben hat, stimmt das nicht so ganz. Die großen Banken erzielen zwar tatsächlich schlechtere Ergebnisse für ihre Kunden – aber nur, wenn es um nicht börsennotierte Unternehmen geht. Handelt es sich hingegen um Aktiengesellschaften, erkennen renommierte Investmenthäuser schneller Synergie-Möglichkeiten und holen für ihre Kunden günstigere Konditionen heraus. Nach der Übernahme verbesserte sich die Bewertung des Unternehmens an der Börse um durchschnittlich 65,83 Millionen US-Dollar.

Auch Übernahmekandidaten, die auf die Unterstützung von Großbanken zurückgriffen, verkauften sich im Schnitt teurer als solche, die sich von kleinen Geldhäusern beraten ließen. Darüber hinaus brauchten die Marktführer-Banken weniger Zeit, um die Übernahmen abzuschließen.

Es hängt von der Art des Übernahmekandidaten ab, ob sich das Anheuern von teuren Starbankern auszahlt, fassen die britischen Forscher Andrej Golubov von der City Universität in London und Dimitris Petmezas von der Surrey-Universität sowie ihr griechischer Kollege Nickolaos G. Travlos von der Alba Graduate Business School ihre Ergebnisse zusammen.

Als Grund nennen die Forscher die größere Komplexität bei der Übernahme einer Aktiengesellschaft im Vergleich zu einer kleinen inhabergeführten Firma, bei der es deutlich weniger Beteiligte gibt. Wenn es um komplizierte Fälle gehe, legen sich die Top-Banker laut den Forschern also richtig ins Zeug und setzen ihren Wissensvorsprung gegenüber den kleineren Konkurrenten ein. Denn da das Börsengeschehen aufmerksam von den Medien verfolgt wird, haben Erfolg oder Misserfolg direkte Auswirkungen auf das Image der Bank. Bei weniger spektakulären Fällen hingegen, die von der Öffentlichkeit kaum beachtet werden, geben sich die Marktführer nicht so viel Mühe.


>> Den gesamten Artikel, den die Forscher unter dem Titel „When It Pays to Pay Your Investment Banker“ im „Journal of Finance“ veröffentlichten, finden Sie hier

Mehr zum Thema
nach oben